Lichtblick: Maschinenbau stellt wieder ein

- Frankfurt - Erstmals seit vier Jahren wird der deutsche Maschinenbau in diesem Jahr wieder Stellen aufbauen. Dank des lang anhaltenden Aufschwungs könne die Beschäftigtenzahl bis Jahresende um mehrere tausend Stellen zulegen. "Seit Februar wächst die Stammbelegschaft, und die Tendenz zeigt weiter nach oben", sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Dieter Brucklacher.

Andreas Rees, Volkswirt bei der HypoVereinsbank, rechnet derweil nach der Sommerpause mit einer deutlichen Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt. "Ich gehe davon aus, dass es im zweiten Halbjahr zu einem grundlegenden Beschäftigungsaufbau um rund 250 000 Stellen kommt", sagte er.

Rees begründete seine Prognose mit Umfragen bei Unternehmen. "Viele Betriebe investieren derzeit in die Erweiterung ihrer Produktionsanlagen und stellen dazu auch mehr Beschäftigte ein", sagte der Analyst.

Der Maschinbau will nach drei Rekordjahren auch 2007 wachsen und mehr Mitarbeiter einstellen. Im Jahresdurchschnitt 2005 waren 862 000 Beschäftigte gezählt worden. Im Mai beschäftigte die deutsche Schlüsselbranche bereits 866 000 Mitarbeiter, das waren 8000 mehr als im Vorjahresmonat. Die drittgrößte deutsche Industriebranche hatte in den vergangenen Jahren wegen Rationalisierungen die Beschäftigtenzahl immer mehr reduziert. "Derzeit können die Betriebe 7000 Ingenieursstellen wegen Arbeitskräfte-Mangels nicht besetzen", berichtete VDMA-Präsident Brucklacher.

Bislang hätten viele Firmen Auftragsspitzen mit Leiharbeitern oder flexiblen Arbeitszeitregelungen aufgefangen. "Das kann man aber nur begrenzt machen, weil eine gut ausgebildete Belegschaft überlebenswichtig ist", sagte der Verbandspräsident. Der Beschäftigungsaufbau werde begrenzt durch den letzten Tarifabschluss, der aus Sicht Brucklachers "zu teuer" war, sowie die starren Arbeitsmarktgesetze.

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