Lichtblick für die Verbraucher: Höhenflug der Gaspreise gestoppt

- Düsseldorf -­ 2006 war ein teures Jahr für Gasverbraucher. Im Oktober erreichten die Gaspreise in Deutschland nach einer Marktübersicht des TV-Senders WDR ein neues Rekordniveau. Erstmals musste ein sparsamer Einfamilien-Haushalt für Heizung und Warmwasser im Durchschnitt mehr als 1300 Euro zahlen. Das waren satte 36 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren.

Doch dürfte sich die Situation in den nächsten Monaten für viele Gasverbraucher zumindest ein wenig entspannen. Denn Deutschlands größter Gasimporteur Eon Ruhrgas senkt zum 1. Januar seine Verkaufspreise für Stadtwerke und Regionalversorger und stellt eine weitere Preissenkung bereits für den 1. April in Aussicht. Auch bei den Gasimporteuren VNG und Wintershall bröckeln die Preise. Auslöser dafür ist der Rückgang der Mineralölpreise in den vergangenen Monaten. Wegen der Ölpreisbindung folgen die Gaspreise mit gewisser Verzögerung der Entwicklung am Ölmarkt.

Zwar profitiert der Durchschnittskunde nicht unmittelbar von den Preissenkungen bei Eon Ruhrgas und Co., da die Branchenriesen nur Weiterverteiler wie Stadtwerke oder Regionalversorger beliefern. Doch verspricht Marian Rappl vom Bundesverband der deutschen Gas-und Wasserwirtschaft, die Versorgungsunternehmen würden die Kostensenkung bei ihrer Preisgestaltung berücksichtigen. Außerdem hat das Bundeskartellamt mit der Kürzung der Netzentgelte für weiteren Druck auf die Preise gesorgt.

Einige große Gasversorger haben deshalb schon Preissenkungen für ihre Endkunden angekündigt. So sollen unter anderem die Kunden von Eon Bayern ab dem 1. Januar niedrigere Nettopreise für ihr Erdgas zahlen. Auch die Stadtwerke in München haben bereits eine "deutliche Senkung" zum 1. April angekündigt. Unklar ist noch, ob der zweite große Anbieter in Oberbayern, Erdgas Südbayern, reagiert.

Allerdings sind Zweifel angebracht, ob die Preisrückgänge wirklich eine Trendwende bedeuten ­ oder doch eher eine Atempause. Immerhin liebäugelte Deutschlands größter Gaslieferant, die russische Gazprom, erst kürzlich ganz offen mit dem Gedanken weiterer Preiserhöhungen. Zwar kann der Moskauer Gasriese die Preise wegen der langfristigen Verträge nicht im Alleingang erhöhen. Doch dürften in den nächsten Jahren die im Vertrag vorgesehenen Revisionsklauseln durchaus Möglichkeiten zur Durchsetzung seiner Vorstellungen bieten.

Die Verbraucher müssen alledem derzeit noch ziemlich hilflos zusehen. Allenfalls können sie die Heizung drosseln und so seinen Energieverbrauch reduzieren. Möglichkeiten, durch einen Wechsel des Gaslieferanten zu profitieren, gibt es bislang nur in wenigen Städten wie beispielsweise Berlin.

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