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Wachwechsel: Lidl jetzt besser als Aldi

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Lidl hat im letzten Geschäftsjahr erstmals mehr Umsatz pro Quadratmeter gemacht, als der Konkurrent Aldi Süd
Lidl hat im letzten Geschäftsjahr erstmals mehr Umsatz pro Quadratmeter gemacht, als der Konkurrent Aldi Süd. © Michael Gstettenbauer/Imago

Der Markt für günstige Lebensmittel ist in Deutschland so hart umkämpft, wie in kaum einem anderen Land. Jetzt gibt es bei den Discountern einen Wachwechsel.

München - Lange war Aldi die unangefochtene Nummer 1 der deutschen Discounter. Jetzt scheint Lidl vorbeizuziehen: Denn vergleicht man den Umsatz pro Verkaufsfläche, dann hat jetzt erstmals der Konkurrent aus Neckarsulm die Nase vorn! Das berichtete das Handelsblatt. Mit Geschäftszahlen geizt die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl* gehört, normalerweise, wenn es um die wichtigste Konzerntochter geht. Doch laut des Berichts hat das Unternehmen nun erstmals Daten für Teile des verschachtelten Konzerns im Bundesanzeiger veröffentlicht. Und diese lassen Rückschlüsse auf Umsatz und Gewinn zu.

Demnach wächst Lidl nicht nur weiter, sondern verdient dabei auch noch gut. Laut Bundesanzeiger kletterte der Umsatz der Lidl-Stiftung im letzten Geschäftsjahr von 56,8 auf 62,3 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 9,7 Prozent. Und zugleich konnte der Unternehmensteil, in dem ein Großteil des Auslandsgeschäfts von Lidl gebündelt ist, seinen Profit noch stärker steigern: Er legte um fast 30 Prozent von 1,57 auf 2,02 Milliarden Euro zu.

Lidl gewinnt durch Corona-Krise - Experten vermuten höhere Produktivität

Die Zahlen zum Heimatmarkt sind weit weniger transparent. Das Handelsforschungsinstitut EHI schätzt den Nettoumsatz auf etwa  21,6 Milliarden Euro. Was davon als Gewinn übrig bleibt, ist ein Geheimnis. Aber für Handelsexperten ist klar: Der Umsatz von Lidl (3200 Filialen in Deutschland) wächst schneller als die Verkaufsfläche. Und: Lidl hat damit den Rivalen Aldi Süd* erstmals bei der Flächenproduktivität überholt. Laut Handelsblatt ergab ein Experten-Report  für Lidl im Jahr 2020 einen Bruttoumsatz von 9570 Euro pro Quadratmeter, Aldi Süd kam dagegen „nur“ auf 8964 Euro pro Quadratmeter. 2019 lag Aldi Süd noch mit 9130 Euro/Quadratmeter vorn – und  Lidl war mit 7420 Euro relativ abgeschlagen.

Lidl boomt während Corona-Pandemie - Umsatz überdurchschnittlich gewachsen

Grund für den Schub von Lidl ist wohl die Corona-Pandemie – weil sich Lidl in dieser Zeit stärker auf eine kontinuierliche Warenversorgung konzentrierte als auf die Eröffnung neuer Filialen. Außerdem lag das Plus beim Umsatz mit 9,9 Prozent in dieser Zeit deutlich über dem der Branche (+5,7 Prozent). Laut Handelsblatt stärken die Erfolgs-Zahlen Vize-Konzernchef Gerd Chrzanowski. Denn der übernahm kurz vor der Pandemie zusätzlich zu seinem Amt auch die Leitung von Lidl. Chrzanowski gilt als Favorit von Schwarz-Inhaber Dieter Schwarz für den Posten des Vorstandschefs des Gesamtkonzerns.

Derweil arbeitet Lidl weiter an der Modernisierung seiner Filialen. Jetzt nimmt der Konzern seine Preisauszeichnungen in Angriff - mit womöglich weitreichenden Folgen*. (WdP) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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