+
Diesen Newsletter verschickte Lidl an seine Kunden.

Samt Hamster im Newsletter

So frech nutzt Lidl das umstrittene Zivilschutzkonzept aus

  • schließen

München - Lidl hat auf das umstrittene Zivilschutzkonzept der Bundesregierung reagiert. In einem Newsletter macht der Discounter ein Angebot, das Kunden und Konkurrenten geschmacklos finden könnten. 

Das Bundeskabinett verabschiedete am Mittwoch in Berlin das umstrittene Zivilschutzkonzept. Die Menschen in Deutschland sollen sich vorsorglich für den Katastrophenfall mit Lebensmitteln für 14 Tage eindecken. Dazu veröffentlichte die Bundesregierung eine Einkaufsliste, auf der etwa Dosen-Bohnen, saure Gurken im Glas, H-Milch und Äpfel stehen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière wies die anhaltenden Vorwürfe zurück, die Menschen in Panik zu versetzen. Notfall-Ausrüster profitieren schon, verzeichnen haufenweise Bestellungen

Im deutschen Lebensmittel-Handel ist bislang offenbar nicht zu beobachten, dass Kunden mehr Mineralwasser, Konserven oder Trockennahrung als sonst in den Wagen legen. „Es gibt nullkommagarkeine Veränderungen“, sagt ein Sprecher der Rewe-Gruppe. Das gelte für Rewe und auch für die konzerneigene Discounterkette Penny und für die toom-Baumärkte des Handelsriesen. Auch bei Aldi Süd gab es „keine vermehrte Nachfrage nach bestimmten Vorräten“. Aldi Nord bemerkte ebenfalls „nichts Auffälliges“ in den Geschäften.

Lidl wirbt damit, "leckere und günstige" Vorräte nach Hause zu bringen

Deshalb ist es wahrscheinlich, dass diese Handelsketten kritisch auf den Newsletter reagieren, den Lidl gerade per E-Mail an seine Kunden verschickt. Mit der Betreffzeile "Hamsterkäufe leicht gemacht! Lidl bringt die Vorräte nach Hause" macht der Discounter seinen Kunden ein Angebot. 

Screenshot des Newsletters.

Darin heißt es: "(...) das neue Zivilschutzkonzept empfiehlt Ihnen, sich einen Zwei-Wochen-Vorrat anzulegen, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Lidl sorgt dafür, dass diese Vorräte günstig und lecker sind." Der Kunde könne seine gewünschten Artikel auswählen und sich diese "bequem und versandkostenfrei" nach Hause liefern lassen. Seinen Newsletter bebildert Lidl mit einem Hamster. 

Mit diesem Newsletter spricht der Discounter all diejenigen Kunden an, die wegen des beschlossenen neuen "Konzepts zur Zivilverteidigung" ein mulmiges Gefühl haben. Und Lidl wird diejenigen Konkurrenten verärgern, die sich das Zivilschutzkonzept nicht in ihrer Werbung zunutze machen. 

Ex-Manager verrät dreisten Trick an der Discounter-Kasse

Der Kunde ist König. Aber nur solange er möglichst viel im Discounter einkauft. Wenn das mal nicht der Fall ist, wird er über den Tisch gezogen. Ein Ex-Manager packt aus.

Video: Aldi eröffnet "Filiale der Zukunft" in Unterhaching 

 

sah (mit Material der dpa)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Amazon will Ladengeschäfte in Deutschland eröffnen
Immer mehr Leute kaufen online. Läden in den Innenstädten haben es deswegen ziemlich schwer. Nun geht der Online-Reise Amazon einen neuen Weg. Ist es eine Überraschung?
Amazon will Ladengeschäfte in Deutschland eröffnen
Ohne deutschen Pass gibt es kaum Aussichten auf einen Ausbildungsplatz
Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind für viele junge Menschen ohne Abitur in Deutschland deutlich schlechter. Wer es aber besonders schwer hat, offenbart eine …
Ohne deutschen Pass gibt es kaum Aussichten auf einen Ausbildungsplatz
Hunderttausende gegen Job-Abbau bei Ratiopharm-Mutter Teva
Der Teva-Konzern aus Israel ist ein global vernetztes Unternehmen - er kontrolliert auch den deutschen Medikamenten-Hersteller Ratiopharm. Die vorgesehenen Jobkürzungen …
Hunderttausende gegen Job-Abbau bei Ratiopharm-Mutter Teva
Online-Handel beflügelt das Weihnachtsgeschäft
Der Kauf von Geschenken im Internet wird immer beliebter, die Einzelhändler erwarten für das Weihnachtsgeschäft hier zweistellige Wachstumsraten. In den Innenstädten …
Online-Handel beflügelt das Weihnachtsgeschäft

Kommentare