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Die Linde-Aktien brachen ein, weil sich bei der Fusion mit dem US-Industriegasekonzern Praxair unerwartete kartellrechtliche Risiken abzeichnen. 

Fusion in Gefahr

Tiefster Stand seit Mai: Linde-Aktien brechen dramatisch ein

Neue Hürden für die Fusion der Industriegasriesen Linde und Praxair haben die Linde-Aktien zum Handelsbeginn um fast zehn Prozent einbrechen lassen.

Frankfurt/München - Unter dem Eindruck hoher Kursverluste bei den Linde-Aktien ist der Dax am Montagfrüh nach zunächst zaghaften Kursgewinnen rasch ins Minus gedreht. Der Leitindex stand zuletzt 0,52 Prozent tiefer auf 12 550,05 Punkten. Die Linde-Anteile brachen um fast 10 Prozent ein, weil sich bei der Fusion mit dem US-Industriegasekonzern Praxair unerwartete kartellrechtliche Hürden abzeichnen.

Die neue Woche steht erneut im Zeichen der Berichtssaison sowie der zuletzt wieder an Schärfe zunehmenden Handelsspannungen zwischen den USA und China. Die Helaba sieht den deutschen Leitindex charttechnisch weiter angeschlagen. Die Tatsache, dass sich bereits erste konkrete Auswirkungen des Handelsstreits im Zahlenwerk einiger Unternehmen niederschlagen, trage nicht zur Entspannung bei. Am vergangenen Donnerstag war der Dax erstmals seit zwei Wochen wieder unter die Marke von 12 500 Punkten gerutscht, hatte sich am Freitag dann aber vorsichtig erholt.

Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es am Montag bislang um 0,22 Prozent auf 26 818,68 Punkte runter. Der Technologiewerte-Index TecDax notierte mit minus 0,02 Prozent auf 2924,09 Zähler nur wenig verändert. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,16 Prozent auf 3476,93 Punkte nach.

Linde-Aktien rutschen ab - ist nun die Fusion in Gefahr? 

Der Gase-Hersteller Linde machte bereits am Wochenende von sich reden. Linde fürchtet, dass die Wettbewerbshüter bei der Milliarden-Fusion mit dem US-Branchenriesen Praxair höhere Anforderungen stellen könnten als bisher erwartet. Die zum Umtausch eingereichten Linde-Papiere im deutschen Leitindex rutschten um 9,8 Prozent ab. Analyst Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan sieht die regulatorischen Herausforderungen für Linde als beherrschbar an. Ein Händler mahnte jedoch, dass nun das Synergien-Potenzial aus der Fusion geringer ausfallen könnte und auch die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns des Zusammenschlusses nun gestiegen sei.

Ebenfalls unter Druck standen die Aktien von Osram, nachdem die HSBC sie von „Buy“ auf „Hold“ abgestuft und das Kursziel von 76 auf 40 Euro gekappt hatte. Zweistelliges Wachstum rücke für den Lichttechnikspezialisten in die Ferne, schrieb Analyst Michael Hagmann in seiner Studie. Im MDax waren Osram mit minus 4 Prozent der schwächste Wert.

dpa

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