Linde bei BOC angeblich kurz vor Erfolg

- London/Wiesbaden (dpa) - Der Industriegasehersteller Linde aus Wiesbaden steht nach Medienberichten bei der geplanten Übernahme des größeren britischen Konkurrenten BOC kurz vor dem Erfolg.

 Nach Informationen der britischen Zeitung "Financial Times" (Samstag) soll BOC pro Aktie 16 Pfund (rund 23,30 Euro) in bar bekommen. Insgesamt ergäbe sich damit ein Kaufpreis von umgerechnet knapp 11,7 Milliarden Euro. Beide Seiten hätten die Hoffnung, die Einigung innerhalb der kommenden Tage bekannt geben zu können.

Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstag) ist der BOC-Vorstand auf die Deutschen zugegangen und hat seinen grundsätzlichen Widerstand aufgegeben. Noch offene Fragen könnten an diesem Wochenende geklärt werden, so hofften mit dem Vorgang vertraute Kreise. Die Überschneidungen zwischen Linde und BOC seien gering. Linde-Chef Wolfgang Reitzle wolle aber solange nicht an die Öffentlichkeit gehen, bis die Übernahme nicht "wasserdicht" sei.

Mit der Übernahme der weltweiten Nummer drei (BOC) durch die Nummer fünf (Linde) würde ein neuer Weltmarktführer für Industriegase entstehen. Offen ist nach "FT"-Informationen noch die Frage, wie mit dem Defizit von mehr als 520 Millionen Euro in der Pensionskasse von BOC umgegangen wird. Auch kartellrechtliche Fragen müssten noch geklärt werden. Die Gespräche könnten sich noch weiter in die Länge ziehen oder auch scheitern. Am Montag will sich Linde auf der Bilanzpressekonferenz zum Stand des Vorhabens äußern.

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