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Linde-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle

Staatsanwalt prüft Aktienkäufe

Linde-Aufsichtsrat berät über Fusion

München - Bei Linde geht das Ringen um die Fusion mit Praxair weiter. Ärger könnte unterdessen auch mit der Staatsanwaltschaft drohen - die prüft, ob ein „Anfangsverdacht“ vorliegt.

Der Linde-Aufsichtsrat berät am Donnerstagvormittag über die geplante milliardenschwere Fusion mit dem US-Gasehersteller Praxair. Entscheidungen sind dem Vernehmen nach nicht zu erwarten. Die Fusionsverhandlungen sollen bis Anfang Mai abgeschlossen werden. Für Aufregung dürften aber die Aktienkäufe von Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle sorgen, die von der Münchner Staatsanwaltschaft geprüft werden.

Nach monatelangen Untersuchungen wegen möglicher Insidergeschäfte hat die Finanzmarktaufsicht Bafin ihr einen Sachstandsbericht geschickt. „Es handelt sich nicht um eine Anzeige“, sagte Oberstaatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl am Donnerstag. „Wir prüfen, ob ein Anfangsverdacht für eine Straftat besteht.“

„Er hat null verheimlicht“

Reitzle hatte zwei Monate vor Bekanntgabe der Fusionsgespräche mit Praxair für eine halbe Million Euro Linde-Aktien gekauft. Bäumler-Hösl betonte aber: „Er hat null verheimlicht, er hat es der Bafin gemeldet. Zudem sind die Fusionsverhandlungen im ersten Anlauf gescheitert.“

Reitzle will den Fusionsvertrag gegen den Widerstand der Arbeitnehmervertreter bei dem Dax-Konzern noch vor der Hauptversammlung am 10. Mai durchsetzen. Notfalls will er von seinem doppelten Stimmrecht als Aufsichtsratschef Gebrauch machen.

dpa

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