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Eine Wasserstoff-Tankstelle auf dem Firmengelände des Gasespezialisten Linde in Unterschleißheim.

Alternativer Kraftstoff

Linde baut Wasserstoff-Tankstellen in Serie

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München/Wien – Mehr als eine Milliarde Autos sind heute weltweit unterwegs – und es werden immer mehr. Gleichzeitig geht das Zeitalter fossiler Treibstoffe zu Ende. Der Münchner Gasespezialist "Linde" sorgt für Alternativen.

Während viele vom Elektro-Auto sprechen, setzen mache Autobauer auf Fahrzeuge mit Brennstoffzellen. Für sie gilt Wasserstoff als das Öl der Zukunft. Die Brennstoffzelle erzeugt dabei mithilfe von molekularem Wasserstoff (H2) Strom und treibt so das Auto der Zukunft an. Für die Versorgung solcher Fahrzeuge – mit Wasserstoff und der nötigen Infrastruktur – will der Münchner Gasespezialist Linde sorgen.

Die Bayern treiben die Einführung von Wasserstoff als Kraftstoff seit Jahren voran – und haben bereits Millionen in die Forschung investiert. Linde bedient die komplette Wertschöpfungskette – von der Erzeugung, über die Verflüssigung und den Transport bis zur Betankung der Fahrzeuge mit Wasserstoff. Am Montag startete Linde nun in Wien die erste Kleinserienfertigung für Wasserstofftankstellen weltweit. „Eine ausreichende Verbreitung von Wasserstofftankstellen ist eine Grundvoraussetzung für den Markterfolg von Brennstoffzellenfahrzeugen“, sagte Linde-Vorstand Aldo Belloni bei der Eröffnung in Wien. Der Aufbau einer Kleinserienfertigung sei hierfür ein entscheidender Schritt. Auch der erste Auftrag ist bereits unter Dach und Fach. Pünktlich zur Eröffnungsfeier wurde die Lieferung von 28 Wasserstofftankstellen an den japanischen Technologiekonzern Iwatani bekannt gegeben. Die erste der 28 Tankstellen ging auch bereits in Betrieb – im japanischen Amagasaki bei Osaka.

Die Wasserstofftankstellen von Linde sind mit dem ionischen Kompressor „IC 90“ ausgestattet. Sie wurden in Wien entwickelt und gelten als nächste Generation der Wasserstoffbetankung. Mit dem IC 90 können laut Linde sechs Fahrzeuge pro Stunde betankt werden. Der Tankvorgang an sich dauere lediglich drei Minuten. Die Kosten für eine solche Wasserstofftankstelle liegen für Europa bei rund einer Millionen Euro. Die Technik passt in einen gängigen 14-Fuß-Container mit gut vier Metern Länge und lässt sich dadurch einfach transportieren und in vorhandene Tankstellen integrieren.

In Wien sollen zunächst 50 Wasserstoff-Tankstellen pro Jahr produziert werden. Die Erweiterung der Kapazitäten gehen Hand in Hand mit der Einführung der ersten Brennstoffzellen-Serienfahrzeuge durch führende Hersteller wie Hyundai, Toyota, Honda und Daimler zwischen 2014 und 2017, teilte Linde mit. Bisher hat Linde 80 H2-Tankstellen weltweit ausgerüstet. Die meisten Kunden beziehen auch den Wasserstoff von den Bayern.

Zur Einführung einer Wasserstoffinfrastruktur gründete Linde bereits vor fünf Jahren mit Daimler, EnBW, OMV, Shell, Total, Vattenfall und der Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) die Industrieinitiative „H2 Mobility“. Für ein flächendeckendes Netz allein in Deutschland wären hunderte Tankstellen nötig. Bisher sind es rund 30. Bis Brenstoffzellen-Fahrzeuge die Straßen füllen, wird also noch einige Zeit vergehen – und Linde noch einige Tankstellen bauen.

Manuela Dollinger

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