Linde baut zügig seine Schulden ab

- München - Der Anlagenbauer und Gasespezialist Linde sieht sich nach einem besseren Geschäft in den ersten vier Monaten in seinen Umsatz- und Ertragszielen für dieses Jahr bestärkt. "In allen Unternehmensbereichen ist Linde gut gestartet", sagte Vorstandschef Wolfgang Reitzle bei der Hauptversammlung in München. Das Nachsteuerergebnis werde 2004 deutlich gesteigert, auch bei Umsatz und operativem Ergebnis vor Sondereinflüssen soll es nach Reitzles Worten spürbare Verbesserungen geben. Sparkurs und Schuldenabbau gehen weiter. Wegen einer Bombendrohung wurde das Aktionärstreffen für etwa zweieinhalb Stunden unterbrochen.

<P>Linde hatte vor kurzem den ertragsschwachen Geschäftsbereich Kältetechnik an Carrier verkauft und will sich künftig nur noch auf industrielle und medizinische Gase sowie auf das Geschäft mit Gabelstaplern konzentrieren. Bei einem planmäßigen Abschluss des Kältetechnik-Verkaufs mit einem Buchwert von 325 Millionen Euro sei kein Verlust aus dem Geschäft für Linde zu erwarten, betonte Reitzle. Am Segment Material Handling werde das Unternehmen festhalten. 2003 verbuchte Linde bei einem Umsatz von knapp neun Milliarden Euro ein operatives Ergebnis (Ebita) von 544 Millionen Euro.<BR><BR>Aktionärsvertreter lobten den zügigen Schuldenabbau des Unternehmens. Zugleich wurde aber auch eine Verschärfung des Sparkurses angeregt, etwa durch die Schließung oder Zusammenlegung von Produktionsstätten oder die Senkung von Lohnkosten. 2003 hatte Linde die Nettoverbindlichkeiten um 510 Millionen auf 2,9 Milliarden Euro reduziert, ursprünglich waren rund 150 Millionen Euro geplant.<BR><BR>Derzeit liefen bereits Maßnahmen zur Lohnkostensenkung, sagte Reitzle. "Wir spielen auf dem ganzen Klavier der Flexibilität der Arbeitszeit." Mögliche Entscheidungen für Werksschließungen könne sich eine Unternehmensleitung aber nicht leicht machen. "Wenn irgendwo noch ein harter Einschnitt erfolgt, den ich hier ganz klar nicht ausschließe, dann wird das zu einem intelligenten Zeitpunkt passieren." Linde hatte den Abbau von weltweit 2550 Stellen binnen zwei Jahren angekündigt, Schwerpunkt ist dabei der Gabelstapler-Bereich.<BR><BR>Kurz nach Beginn der Hauptversammlung war das Internationale Congress Center auf dem Münchner Messegelände wegen einer anonymen Bombendrohung geräumt worden. Reitzle musste seine Rede unterbrechen. Ein Dutzend Polizisten suchte das Gelände ab, nach etwa zweieinhalb Stunden konnten die Aktionäre, die sich zumeist verärgert über den "schlechten Scherz" zeigten, ihre Plätze wieder einnehmen.<BR><BR></P><P> </P>

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