Linde mit kräftigen Wachstumsraten

- Wiesbaden - Ein Boom bei Großanlagen beschert dem Gase- und Gabelstaplerkonzern Linde kräftige Wachstumsraten: Vorstandschef Wolfgang Reitzle sagte am Montag in Wiesbaden für das Gesamtjahr ein Ergebnisplus zwischen 10 und 15 Prozent voraus. In den ersten neun Monaten 2005 steigerte das DAX-Unternehmen seinen Umsatz - bereinigt um den im Herbst 2004 verkauften Geschäftsbereich Kältetechnik - um 7,8 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro und sein Vorsteuerergebnis (EBT) um 25,3 Prozent auf 496 Millionen Euro. Der Umsatzanteil der Kältetechnik ist damit nahezu vollständig kompensiert worden. Linde beschäftigt weltweit rund 41 500 Menschen.

Wegen der hohen Öl- und Gaspreise rechnet Reitzle mit großer Nachfrage nach Anlagen zur Umwandlung von Erdgas in Treibstoffe. Derzeit baut Linde in Hammarfest die größte Erdgasverflüssigungsanlage Europas. Im Geschäftsbereich Anlagenbau (Engineering) wuchs der Auftragseingang um 62,8 Prozent auf zwei Milliarden Euro: "Wir fahren riesige Überstunden, wir arbeiten am Wochenende, und wir stellen auch ein", sagte Reitzle.

Unterdurchschnittlich entwickelte sich das Gabelstapler-Geschäft (Material Handling), das um 5,5 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro wuchs, sein operatives Ergebnis aber um 14,7 Prozent auf 125 Millionen Euro erhöhte. Reitzle verwies auf Betriebsvereinbarungen für die deutschen Standorte, von denen er sich weitere Verbesserungen "im hohen zweistelligen Millionenbereich" verspricht. Der Plan für ein Werk in Osteuropa sei gestrichen. Quer durch die Geschäftsbereiche habe Linde die Investitionen in Deutschland von Januar bis September um 25,1 Prozent auf 234 Millionen Euro erhöht.

Skeptisch äußerte sich Reitzle zu der sich abzeichnenden großen Koalition auf Bundesebene. Seinem Eindruck nach wollten CDU und SPD den Staatshaushalt nicht mit Sparen, sondern mit höheren Einnahmen sanieren, sagte der Vorstandschef: "Wir fürchten, dass an verschiedenen Stellen Geld aus dem Wirtschaftsumlauf gezogen wird." Das werde ein Unternehmen wie Linde sofort spüren.

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