Linde peilt für 2008 Umsatz- und Ergebnisplus an

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München (dpa) - Der Industriegasekonzern Linde will nach einem guten Geschäft 2007 auch im laufenden Geschäftsjahr sowohl bei Umsatz als auch Ergebnis erneut wachsen.

"Für das laufende Geschäftsjahr 2008 rechnen wir auf Konzernebene erneut mit einer Steigerung des Umsatzes und einer überproportionalen Ergebnisverbesserung", sagte Konzernchef Wolfgang Reitzle am Montag in München.

Die Höhe der Dividende für das laufende Jahr soll sich weiterhin an der Entwicklung des operativen Ergebnis orientieren. Für 2007 will das DAX notierte Unternehmen der Hauptversammlung eine Dividendenanhebung von 1,50 auf 1,70 Euro je Stückaktie vorschlagen.

Die mittelfristigen Ziele bestätigte Linde. Bis 2010 peilt das DAX-Unternehmen ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von mehr als drei Milliarden Euro an. "Dazu werden auch die Synergieeffekte aus der BOC-Übernahme beitragen", schrieb Reitzle in einem Brief an die Aktionäre.

Die angekündigten Kostensynergien in Höhe von 250 Millionen Euro jährlich sollen wie geplant von 2009 an erstmals vollständig realisiert werden. Die Rentabilität des eingesetzten Kapitals (ROCE) soll im Jahr 2010 einen Wert von mindestens 13 Prozent erreichen. Mittelfristig will Linde im Gasegeschäft jährlich rund 13 Prozent des Bereichsumsatzes investieren.

Auch bei der Zurückführung der Schulden ist Linde schneller vorangekommen als geplant. Das Unternehmen hatte mit einer Nettoverschuldung von 7,2 bis 7,5 Milliarden Euro gerechnet. Tatsächlich habe die Verschuldung zum Jahresende 6,427 Milliarden Euro nach 9,933 Milliarden im Vorjahr betragen, teilte Linde weiter mit.

Linde hatte sich mit der milliardenschweren Übernahme des britischen Konkurrenten BOC und dem Verkauf der Gabelstapler-Sparte KION Group im Jahr 2006 zum Industriegase- und Anlagenbauer gewandelt. Mit dem Verkauf des BOC-Komponentengeschäfts Anfang 2007 war der Konzernumbau abgeschlossen. Nun gehört der Linde-Konzern mit seinen 50.000 Beschäftigten zu den weltgrößten Gaseherstellern.

Zu der guten Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr hätten alle Bereiche beigetragen, teilte Linde mit. Die Erlöse im Gase-Geschäft kletterten 2007 um 9,4 Prozent auf 9,209 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg um 13,7 Prozent auf 2,314 Milliarden Euro. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet Linde ein "stabiles" Wachstum".

Zu den wichtigsten Impulsträgern zählten die asiatischen Märkte, Europa und die USA, hieß es. Mittelfristig soll der Umsatz stärker als das jährliche Marktwachstum von rund sieben Prozent zulegen und das Ergebnis überproportional sich verbessern. Dabei dürften sich auch die Synergieeffekte aus der BOC-Übernahme positiv auswirken.

Das Geschäftsfeld Engineering mit Erdgas-, Ethylen-, Wasserstoff- und Luftzerlegungsanlagen steuerte 2007 2,750 (Vorjahr: 1,958) Milliarden Euro zum Gesamtumsatz bei. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 39,5 Prozent auf 240 Millionen Euro. Auch für 2008 prognostiziert Linde ein weiteres Wachstum für den internationalen Großanlagenbau. Angesichts eines dicken Auftragspolsters und der zu erwartenden Auftragsentwicklung sei für die kommenden Jahre mit einem jährlichen Umsatzplus von acht bis zehn Prozent zu rechnen.

Die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2007 hatte Linde bereits im Februar bekannt gegeben. Der Umsatz sei um 13,9 Prozent auf 12,306 Milliarden Euro gestiegen, das operative Ergebnis verbesserte sich um 18,1 Prozent auf 2,424 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn wurde sogar von 363 Millionen auf 1,375 Milliarden Euro fast vervierfacht. Allerdings spielten dabei Sondereinflüsse im Zuge des Konzernumbaus eine Rolle.

Durch den Verkauf von Unternehmensteilen konnte Linde einen Buchgewinn von 607 Millionen Euro verbuchen. Im Rahmen des BOC-Erwerbs fielen im Gegenzug laut Mitteilung anteilige Abschreibungen von 446 Millionen Euro an. Das Ergebnis nach Steuern der fortgeführten Aktivitäten stieg entsprechend von 219 auf 996 Millionen Euro.

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