Lkw-Maut: Stillstand an elf Brennpunkten in Bayern droht

- München - Wenn ab 1. Januar die Lkw-Maut startet, drohen Staus und Behinderungen auf Bayerns Straßen. Gefährdet sind nicht nur elf verkehrsreiche Knotenpunkte an den Autobahnen, sondern auch Teilabschnitte von gebührenfreien Bundesstraßen. Sollten zu viele Brummifahrer ausweichen, könnten auch diese bemautet werden.

<P>"Es wird Probleme geben", sagte ADAC-Sprecher Andreas Hölzel unserer Zeitung. Die Fahrer müssten sich auf mehr Staus und eine erhöhte Unfallgefahr einstellen. Behinderungen erwartet der Automobilclub in den ersten Wochen des neuen Jahres vor allem an den bayerischen Grenzübergängen Waidhaus (A6), Suben (A3), Bad Reichenhall (A8) und Kiefersfelden (A93), zumal in dieser Zeit auch viele Wintersportler unterwegs sind. Besonders kritische Tage seien der 3. Januar, weil dann das Sonntagsfahrverbot endet und der 10. Januar, weil dann begonnen werde, die Lkw-Fahrten aus der Weihnachts- und Neujahrszeit nachzuholen.<BR><BR>Grund für die erwarteten Behinderungen ist, dass gerade Lkws aus dem Ausland noch nicht mit On Board Units (OBUs) ausgestattet sind. Über diese autoradio-großen Geräte wird die Mautgebühr automatisch abgerechnet. Fahrer, die keine OBU haben, müssen jede Tour einzeln zahlen, was über das Internet oder an einem der Mautterminals möglich ist, von denen 540 an bayerischen Raststätten und Tankstellen stehen. Vor diesen Automaten könnten sich gerade an den von vielen Lastern passierten Grenzübergängen Schlangen bilden.<BR><BR>Laut ADAC wird die Staugefahr auf den Autobahnen aber in den kommenden Wochen sinken, wenn die Zahl der eingebauten OBUs weiter zunimmt. Bislang sind 303 000 Laster ausgerüstet, für einen reibungslosen Ablauf müssten es aber 500 000 sein, schätzen Verkehrs-Experten. Bis es so weit ist, schickt das Bundesverkehrsministerium Studenten mit Fremdsprachenkenntnissen als so genannte Einbuchungshelfer auf die Straße, um lange Wartezeiten zu vermeiden. 300 von ihnen sollen besonders an den elf verkehrsreichen bayerischen Brennpunkten den Brummifahrern helfen, die Mautterminals zu bedienen. "Die können in weniger als einer Minute eine Buchung vornehmen", sagt der Projektleiter Maut im Bundesverkehrsministerium, Bernd Törkel.<BR><BR>Wegen der Lkw-Maut könnte es ab Januar aber nicht nur auf der Autobahn, sondern auch auf den Bundesstraßen Probleme geben. "Wir fürchten, dass sich der Lkw-Verkehr teilweise verlagern könnte, weil Brummifahrer den Mautterminals ausweichen wollen", sagt Andreas Hölzel. Gefährdet seien vor allem solche Straßen, die parallel zu Autobahnen verlaufen. Das Bundesverkehrsministerium schätzt diese Gefahr zwar als gering ein: "Auf den Bundesstraßen wäre den Fahrern der Zeitverlust zu groß", sagt Bernd Törkel. Sollte es aber dennoch auf Teilstrecken zu Verlagerungen kommen, wäre es ab 2006 möglich, ausgewählte Bundesstraßen zu bemauten.</P>

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