Lkw-Maut treibt die Preise

- Berlin - Die deutschen Spediteure werden die Kostensteigerungen durch die Einführung der Lkw-Maut vollständig an ihre Kunden weitergeben. Barbara Rauch, Sprecherin des Deutschen Speditions- und Logistikverbands, sagte gegenüber unserer Zeitung: "Wer das nicht tut, wird über kurz oder lang vor dem Insolvenzrichter landen."

<P>Die größten Speditionen müssten durch die Maut mit Zusatzkosten von bis zu 45 Millionen Euro rechnen. Je nach Marktsegment entstehen laut Rauch direkte Kostensteigerungen zwischen drei und 18 Prozent, dazu kämen noch indirekte Mehrkosten in der Verwaltung, etwa durch die EDV-Umstellung, die bis drei Prozent der Transportkosten ausmachten. Für die Endverbraucher bedeute dies, dass sie voraussichtlich ein bis zwei Prozent mehr für die Produkte zahlen, die per Lkw transportiert werden - und dies dürften nahezu alle Waren sein. Diese Schätzung stammt vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) und basiert auf einer jüngst durchgeführten Befragung der Mitglieder. HDE-Logistikexperte Ulrich Binnebößel meint, die Verteuerung sei also "kaum wahrnehmbar". <BR>Überhaupt sei fraglich, ob es dazu komme. Schließlich herrsche im Einzelhandel starker Wettbewerb, und Preissteigerungen seien schwer durchzusetzen. In diesem Fall blieben die Kosten nicht am Verbraucher, sondern am Einzelhandel hängen.<BR><BR>Beim Bundesverkehrsministerium beschwichtigt man: Die zusätzlichen Kosten für die Konsumenten seien "praktisch nicht relevant", negative Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Deutschland "können ausgeschlossen werden". Nur auf rund 0,15 Prozent beziffert das Ministerium die voraussichtliche Preissteigerung. Ein Kilo Bananen werde damit um 1,2 Cent teurer, ein Becher Joghurt um 0,4 Cent, ein Paar Schuhe um 0,8 bis 1,2 Cent, ein 500 Euro teurer Fernseher etwa um 16 bis 18 Cent und eine Einbauküche für 10 000 Euro um 12,70 Euro.<BR></P><P><BR> </P>

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