Lkw-Maut: Es wird wieder eng

- Bonn - Trotz einer positiven Zwischenbilanz des Mautkonsortiums Toll Collect sehen die deutschen Spediteure den Start der mehrfach verschobenen Lkw-Maut Anfang 2005 immer noch skeptisch. "Der Zeitplan ist so eng, da darf jetzt überhaupt nichts mehr dazwischenkommen, sonst platzt die Mauteinführung erneut", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung, Karlheinz Schmidt, der "Berliner Zeitung". Toll Collect rede die Testergebnisse schön.

Der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) in Bonn zeigte etwas weniger Bedenken. Die Tests der On-Board-Units (OBU) liefen derzeit gut, es gebe nur noch "minimale Fehlerquoten". Der DSLV sei deshalb "vorsichtig optimistisch", dass der angekündigte Start eingehalten werden könne, sagte Sprecherin Barbara Rauch. "Der Zeitplan ist natürlich eng, aber müsste zu schaffen sein." Zudem sei Toll Collect nun kooperativer und informativer.

Schmidt berichtete, dass "nach wie vor Geräte zum Teil ganz ausfielen" oder die Daten falsch aufzeichneten. Zwar würden die OBUs "nicht mehr reihenweise sterben", aber es seien "längst noch nicht alle perfekt". Nach Erkenntnissen der Spediteure sei die Fehlerquote höher als von Toll Collect angegeben.

Der Mautbetreiber zeigte sich dagegen optimistisch, den geplanten Starttermin für die erste Mautstufe zu schaffen. "Alle bisherigen Tests waren sehr ermutigend", sagte eine Sprecherin des Konsortiums. Ende Juni will Toll Collect mit dem Einbau der Bordgeräte beginnen. Bis Ende 2004 sollen "rund 500 000 On-Board-Units eingebaut sein, das ist allerdings eine große logistische Herausforderung", sagte die Sprecherin.

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