Lloyds TSB übernimmt kriselnde HBOS

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London (dpa) - Im Strudel der weltweiten Finanzkrise kommt es zu einer weiteren Bankenfusion: Die britische Großbank Lloyds TSB übernimmt die kriselnde Hypothekenbank Halifax Bank of Scotland (HBOS) für 12,2 Milliarden Pfund (15,47 Mrd Euro).

Dies teilte Lloyds am Donnerstag in London mit und bestätigte damit Medienberichte vom Vortag. Die HBOS-Aktien, die seit Monaten auf Talfahrt waren, sprangen im frühen Handel um 23 Prozent nach oben. Lloyds-Titel verloren allerdings 7 Prozent. Mit dem Zusammenschluss entsteht ein neuer Bankengigant in Großbritannien mit rund 38 Millionen Kunden.

Die HBOS-Aktionäre erhalten 0,83 Lloyds-Aktien für eine Aktie ihrer Bank, womit der Wert bei 232 Pence (2,92 Euro) liegt. Wirtschaftsminister John Hutton bestätigte, dass sich die Regierung für die Fusion einsetzt, um die "Stabilität des britischen Finanzsystems" zu gewährleisten. Die Papiere von HBOS hatten nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers rund 70 Prozent ihres Wertes verloren. Experten hatten einen Ansturm der Kunden auf Großbritanniens größte Hypothekenbank befürchtet, nachdem seit Monaten über deren schlechten Finanzzustand spekuliert worden war.

Medien berichteten, dass durch den Zusammenschluss 40 000 Jobs auf dem Spiel stehen. Lloyds räumte ein, dass es zu Stellenstreichungen kommen wird, nannte aber keine Zahl. Die Bank beschäftigt gut 70 000 Mitarbeiter, bei HBOS sind es gut 74 000, zusammen kommen die beiden Banken auf fast 145 000 Beschäftigte.

Pro Jahr könnten durch die Fusion bis 2011 bis zu eine Milliarde Pfund eingespart werden. HBOS und Lloyds haben mehr als 3000 Filialen. Viele dieser Filialen könnten jedoch geschlossen werden.

Die neue Gruppe hält einen 30-prozentigen Anteil am britischen Hypothekenmarkt. Angesichts der Finanzmarktkrise werden die Wettbewerbsbehörden die Fusion nicht blockieren. "Wir haben uns entschieden, die Wettbewerbsregeln im Fall dieser beiden Banken zu erlassen", sagte Finanzminister Alistair Darling. Der Fusion müssen die Anteilseigner beider Banken sowie die Finanzaufsicht zustimmen.

Lloyds-Chairman Victor Blank werde Verwaltungsratschef bleiben, während Eric Daniels weiter das operative Geschäft führen soll. "Das ist die einzigartige Möglichkeit, unsere Strategie zu erweitern und Großbritanniens führenden Finanzkonzern zu gründen", sagte Blank. Daniels betonte, es habe sich nicht um eine "Muss- oder Zwangs-Ehe" gehandelt. "Das ist etwas, auf das seit langem geschaut wurde."

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