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LNG-Terminals in Deutschland immer konkreter - Flüssiggas nicht von Gasumlage betroffen

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Zwei LNG-Importterminal Tanks für flüssiges Erdgas im Seehafen von Rotterdam
LNG-Importterminal Tanks für flüssiges Erdgas © IMAGO/Jochen Tack

Die Planungen für die ersten Flüssigerdgas-Terminals in Deutschland werden von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck stark vorangetrieben. Währenddessen ist Flüssiggas nicht von der Gasumlage betroffen.

Berlin - In Wilhelmshaven und in Brunsbüttel sollen zum Jahreswechsel schwimmende LNG-Terminals in Betrieb gehen mit einer Leitungsanbindung, um die Kapazitäten ins Netz zu bringen, wie der gebürtige Lübecker Habeck am Dienstag in Berlin sagte. Er unterzeichnete eine Absichtserklärung mit Energieunternehmen, dass die LNG-Schiffe bis zum März 2024 «vollausgelastet» Gas zur Verfügung gestellt bekommen. Dabei handelt es sich um Uniper, RWE, EnBW und die EnBW-Tochter VNG.

Habeck sagte, es gehe darum, weniger erpressbar zu sein mit Gaslieferungen aus Russland. Russland hatte Lieferungen über die Ostseepipeline Nord Stream 1 stark gedrosselt.

Bisher hat Deutschland keine eigenen Terminals zur Anlandung von Flüssigerdgas (LNG). Habeck bezeichnete die Absichtserklärung als «Signal des Vertrauens» in das Gelingen des unter Hochdruck zu entwickelnden Aufbaus einer LNG-Infrastruktur. Zugleich sei es ein Signal, dass Deutschland über die Schiffe in Brunsbüttel und Wilhelmshaven über den Winter Gas bekommen werde.

Flüssiggas ist nicht in der Gasumlage zur Rettung wichtiger Erdgasimporteure verwickelt

Aus den Gasen Propan und Butan bestehendes Flüssiggas ist von der ab Oktober geltenden Gasumlage zur Rettung wichtiger Erdgasimporteure nicht betroffen. Darauf hat der Deutsche Verband Flüssiggas hingewiesen. «Flüssiggas ist nicht zu verwechseln mit Erdgas beziehungsweise verflüssigtem Erdgas», sagte ein Sprecher.

Der Unterschied zwischen Flüssiggas und verflüssigtem Erdgas liege in der Art der Verflüssigung und damit der Nutzung. So bestehe Flüssiggas, sogenanntes «Liquefied Petroleum Gas» (LPG) aus Propan und Butan. Diese Gase ließen sich bei Raumtemperatur und geringem Druck verflüssigen. Das entstehende Gas lasse sich lange in Tanks lagern. Wegen seiner Leitungsunabhängigkeit sei es besonders im ländlichen Raum beliebt.

Bei Erdgas sei der Hauptbestandteil Methan, das sich unter Druck bei Raumtemperatur nicht verflüssigen lasse. Um es zu verflüssigen, werde es stark heruntergekühlt. Verflüssigtes Erdgas, sogenanntes «Liquefied Natural Gas» (LNG) könne nicht beliebig lange in dezentralen Tanks gelagert werden. Um LNG für die Wärmeversorgung nutzen zu können, müsse es nach dem Transport per Schiff in LNG-Terminals wieder in einen gasförmigen Zustand umgewandelt werden.

Wichtigste Quelle für die Flüssiggasversorgung seien deutsche Raffinerien, sagte der Sprecher weiter. Bei den Importen kämen mehr als 90 Prozent der Lieferungen aus EU-Ländern, Skandinavien und den USA. (dpa)

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