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Der Modehandel stellt sich nach dem Corona-Lockdown bei seiner Ware auf „Rabattschlachten“ ein (Symbolbild).

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Nach Corona-Lockdown: Mode-Branche fürchtet gnadenlose Rabatt-Schlacht - „80 bis 90 Prozent billiger“

  • Franziska Schwarz
    vonFranziska Schwarz
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In den geschlossenen Geschäften stapeln sich aktuell die Waren - und dürften deshalb nach Corona-Lockerungen drastisch in den Sale gehen. Ein Branche schlägt jetzt Alarm.

  • Vor dem Wirtschaftsgipfel mit Peter Altmaier (CDU) fordernt Verbände mehr Corona-Überbrückungsgelder.
  • Der Modehandel schlägt jetzt Alarm - wegen seiner Saisonware.
  • Der Einzelhandel beklagt überdies eine „massive Ungleichbehandlung“ gegenüber der Gastronomie.

Düsseldorf - Corona trifft auch den Modehandel hart - und nach dem Lockdown wird es nicht sofort besser werden, so die Branche: „Bei vielen Waren wird es 80 bis 90 Prozent Rabatt geben, damit die aufgestaute Ware noch verkauft werden kann“, sagte nun Rolf Pangels, Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband des Textileinzelhandels (BTE), der Rheinischen Post (Ausgabe vom 13. Februar 2012).

Der Verkauf der Frühjahrsware werde wahrscheinlich mit hohen Nachlässen verbunden sein. „Das belastet uns das ganze Jahr“, sagte Pangels. Falls der Lockdown weiter verlängert werde, seien noch mehr Geschäfte am Ende.

Mode-Geschäfte in Corona-Pandemie - Experten rechnen mit „Rabattschlachten“

Branchenkenner hatten bereits darauf verwiesen, dass nach der Wiedereröffnung der Läden mit regelrechten „Rabattschlachten“ zu rechnen sei. Schon Ende Januar dürfte sich nach früheren Schätzungen des BTE eine halbe Milliarde unverkaufter Modeartikel in den Läden aufgetürmt haben. Dabei handele es sich zum großen Teil um Winterware, die Tag für Tag an Wert verliere.

Daher jetzt Rufe nach mehr Hilfen. Angesichts der fortgesetzten Corona-Beschränkungen erwarten die Wirtschaftsverbände von dem anstehenden Gipfeltreffen mit Minister Peter Altmaier (CDU) konkrete Öffnungsplanungen und die Ermöglichung grenzüberschreitender Warenlieferungen.

Noch im Shutdown: Eine Mode-Filiale in Deutschland

Kritik an Corona-Hilfen für Einzelhandel: „Viel zu bürokratisch“

Der Handelsdachverband HDE forderte, die staatlichen Überbrückungsgelder auf weitere Unternehmen auszuweiten. Dabei rief er vor allem zu einer stärkeren Unterstützung des Modehandels auf, den es am härtesten treffe. Die Ladenbesitzer dürften zwar bereits Winterware steuermindernd abschreiben, „doch die Ausgestaltung dieser Regelung ist viel zu bürokratisch“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth laut AFP.

Zudem müsse diese Möglichkeit nach der Verlängerung des Lockdowns generell auf Saisonware ausgeweitet werden, denn die Frühlingsware sei längst auf dem Weg. Zahlreiche Firmen-Eigner müssten auf ihre Rücklagen für den Ruhestand zurückgreifen. Weitere Darlehen von Banken gebe es häufig nicht mehr, ohnehin könnten sich viele Händler eine weitere Verschuldung gar nicht leisten.

Ferner beklagte der HDE, dass der Einzelhandel bei den Dezemberhilfen weiterhin außen vor bleibe. Das sei gegenüber der Gastronomie eine massive Ungleichbehandlung, sagte Genth dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Zwei Drittel der Innenstadthändler sähen sich ohne zusätzliche staatliche Hilfe in Existenzgefahr. (dpa/AFP/frs)

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