Löhne: Arbeitgeber für Konjunktur-Bonus

- Hannover (ap) ­ Erneut haben sich Arbeitgeber angesichts guter Konjunktur zu Lohnerhöhungen bereit erklärt. Der Hauptgeschäftsführer des Metallarbeitgeberverbandes in Niedersachsen, Dietrich Kröncke, zeigte sich offen für einen sogenannten Konjunkturbonus in Form einer Einmalzahlung. "Es geht uns gut", sagte Kröncke der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", "aber wir müssen bei den Lohnkostensteigerungen auch das untere Drittel der Betriebe mitnehmen, das Schwierigkeiten hat." Kröncke verwies auf Empfehlungen auch gewerkschaftsnaher Experten wie dem Wirtschaftsweisen Peter Bofinger, die Lohnerhöhungen von nicht mehr als drei Prozent für vernünftig hielten.

Die IG Metall will bei den bevorstehenden Tarifverhandlungen einen nachträglichen Ausgleich für das in der Metall-Branche besonders gut verlaufene Jahr 2006 durchsetzen. Mit Blick auf den jetzt auslaufenden Tarifvertrag sagte der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Berthold Huber, der Tageszeitung "Die Welt": "Das Jahr lief besser als angenommen, und 2007 soll noch besser werden. Deshalb werden wir mehr fordern als 2006 und deshalb muss auch der Abschluss höher sein", sagte Huber weiter. In den Tarifverhandlungen vor einem Jahr hatte die Gewerkschaft fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt gefordert und drei Prozent plus eine Einmalzahlung von 310 Euro durchsetzen können.

Auch die Industriegewerkschaft BCE geht mit der Forderung nach deutlich höheren Löhnen in die heute beginnende Chemie-Tarifrunde. Der Abschluss müsse das Tarifniveau dauerhaft heben und sich nicht nur als Einmalzahlung im Portemonnaie wiederfinden, sagte der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie, Energie, Hubertus Schmoldt, der hannoverschen "Neuen Presse".

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