+
Für die Forschung hat das Ifo-Institut Daten aus dem Jahr 2010 berücksichtigt. Aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor. Foto: Daniel Reinhardt

Löhne im Osten hinken noch Jahrzehnte hinterher

Dresden (dpa) - Die ostdeutschen Löhne hinken nach Einschätzung des Ifo-Instituts in Dresden noch jahrzehntelang dem Durchschnittsniveau im Westen hinterher.

Zu diesem Ergebnis hätten neue Forschungen geführt, teilte die Niederlassung am Donnerstag mit. Seit der Jahrtausendwende beträgt demnach der Abstand bei den Bruttolöhnen und Gehältern durchschnittlich 5,30 Euro pro Stunde.

Pro Jahr verringert sich der Abstand den Berechnungen zufolge nur um 1,7 Prozent. "Bei diesem Tempo würde es noch fast bis zum Jahr 2070 dauern, ehe der Lohnabstand auf unter zehn Prozent sinkt", erklärten Jan Kluge und Michael Weber vom Ifo-Institut.

Das Lohngefälle sei vor allem auf die kleineren Betriebsgrößen im Osten zurückzuführen. Aber auch ein generell niedrigeres Preisniveau in der Region, geringere Produktivität in den Betrieben sowie eine geringere Tarifbindung spielen laut Ifo-Institut eine Rolle.

Auch die höhere Frauen-Erwerbsquote im Osten drückt laut Ifo-Institut das Lohnniveau: Sie verdienen weniger, arbeiten häufiger in Teilzeit.

Für ihre Forschung haben die Wissenschaftler der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts die Daten von etwa 500 000 Vollzeitbeschäftigten und etwa 5500 Betrieben in Deutschland im Jahr 2010 berücksichtigt. Aktuellere Daten aus der Verknüpfung von Arbeitnehmer und Arbeitgeberdaten liegen noch nicht vor.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bayer-Tochter Covestro mit Gewinnsprung
Der Kunststoffhersteller Covestro kann seinen Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr verdoppeln. Auch für 2017 ist man optimistisch. Das könnte den Verkaufsplänen beim …
Bayer-Tochter Covestro mit Gewinnsprung
Bundesbank sieht Preisexplosion bei Immobilien mit Sorge
Die in die Höhe schießenden Immobilienpreise in deutschen Großstädten beunruhigen die Bundesbank. Die Anstiege seien mit wirtschaftlichen Faktoren allein nicht mehr zu …
Bundesbank sieht Preisexplosion bei Immobilien mit Sorge
Mütter in Deutschland weniger berufstätig als anderswo
Familie oder Beruf? Diese Frage gehört für Frauen in Deutschland noch immer nicht der Vergangenheit an. Der Kompromiss heißt öfter als anderswo Teilzeit - mit starken …
Mütter in Deutschland weniger berufstätig als anderswo
Bundesbank: Wirtschaft auf schwungvollem Wachstumskurs
Frankfurt/Main (dpa) - Die Bundesbank sieht die deutsche Wirtschaft in einem schwungvollen Aufschwung. "Das Wachstum der deutschen Wirtschaft dürfte sich im ersten …
Bundesbank: Wirtschaft auf schwungvollem Wachstumskurs

Kommentare