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Das Zittern bei Loewe geht weiter.

Maroder TV-Gerätehersteller

Loewe: Gespräche mit neuen Investoren

Kronach/München - Nach der gescheiterten Rettung durch eine Investorengruppe geht beim maroden TV-Gerätehersteller Loewe die Käufersuche wieder los. Die Mitarbeiter müssen weiter zittern.

Der insolvente TV-Gerätehersteller Loewe ringt wieder um seine Rettung. Nach dem angekündigten Rückzug einer Käufergruppe um den früheren Europa-Chef des Computerriesen Apple, Jan Gesmar-Larsen, habe das Unternehmen Gespräche mit einem weiteren Interessenten aufgenommen, sagte ein Firmensprecher am Dienstag. Für die noch rund 550 Mitarbeiter geht das Zittern vorerst weiter.

Wie lange sich die Gespräche hinziehen werden, sei noch offen. Eine Lösung für das krisengeschüttelte Traditionsunternehmen solle aber bis zum Frühjahr gefunden sein. Immerhin: Der Prozess könne rascher laufen, da der Investor bereits am Verfahren teilgenommen habe und mit seinem Angebot im ersten Versuch nicht zum Zuge gekommen war.

Jenseits weiterer Rettungsversuche für das Unternehmen aus dem fränkischen Kronach droht allerdings noch ein langer und zäher Rechtsstreit. Während Loewe den ausgestiegenen Investoren vorwirft, ohne Rechtsgrund den Kauf abgeblasen zu haben, wies die Käufergesellschaft Panthera dies zurück. Loewe hat bereits rechtliche Schritte angekündigt.

Investoren: Von vertraglich zugestandenem Recht Gebrauch gemacht

Panthera gab als Grund für den überraschenden Rückzieher an, dass Banken Sicherheiten für das Geschäft nicht rechtzeitig freigegeben hätten. „Dies führte dazu, dass die New Loewe GmbH das operative Geschäft bis zuletzt nicht aufnehmen konnte“, sagte Panthera-Vertreter Stefan Kalum.

„Weitere Versuche der Panthera-Gesellschaften, im Verhandlungswege eine Lösung herbeizuführen, verliefen bislang ergebnislos“, sagte er. Panthera bedauere den Schritt, habe aber nur von einem vertraglich zugestandenen Recht Gebrauch gemacht. Das sieht Loewe anders. Wer Recht hat, werden vermutlich Gerichte klären müssen.

Aus informierten Kreisen ist zu hören, dass den Investoren das nötige Geld für den Kauf gefehlt habe und die Banken deswegen ihre Sicherheiten nicht freigeben wollten. Darüber hatte zuerst die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Dienstag) berichtet. Klar scheint nur, dass Panthera bei Loewe nun endgültig aus dem Rennen ist.

Die Hoffnung auf eine Rettung hat Loewe noch nicht begraben. „Wenn wir jetzt schnell zu einem Abschluss kommen, kann es noch gelingen, die Zukunft von Loewe zu sichern“, sagte Finanzvorstand Rolf Rickmeyer. Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit Problemen und hat bereits Hunderte Stellen abgebaut. Loewe ist spezialisiert auf hochwertige TV-Geräte und war wegen des Preiskampfs in der Branche und der harten Konkurrenz aus Fernost zunehmend unter Druck geraten.

Der TV-Gerätehersteller hatte nach hohen Verlusten Anfang Oktober ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt und die Käufersuche begonnen. Mitte Januar hatte Panthera zunächst den Zuschlag erhalten.

dpa

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