Logistikunternehmen mit Nachschubsorgen

- München - Einige Speditionen haben große Probleme ihre schweren Laster auch nach der Verschiebung der Mauteinführung mit den dafür notwendigen Geräten auszurüsten. Für ein Logistikunternehmen ist es genauso selbstverständlich wie für einen Privatmann, dass der Nachschub rollt. Bevor man 50 Gäste zu einem Fest einlädt, sorgt man dafür, dass genügend Getränke eingekauft sind und diese auch rechtzeitig gekühlt werden.

<P>Genau das haben die Initiatoren der Maut versäumt. Nur wenige Lkw sind bisher mit dem Abrechnungscomputer ausgerüstet, weil es die Geräte einfach noch nicht in genügend großer Zahl gibt. Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe hatte die Einführung der Maut vom 31. August auf den 2. November verschoben. Zwar hat das Konsortium Toll Collect unter Führung von Daimler-Chrysler und Deutscher Telekom zugesagt, bis November 450 000 dieser Geräte zu liefern, ob diese Zeit aber reicht, um alle Laster über 12 Tonnen damit auszurüsten, ist fraglich.</P><P>Die Spedition Kraftverkehr Bayern-Südkraft in München hat bisher 5 ihrer 110 Lkw mit den "O-Bus" ausgerüstet. Angemeldet seien 20 weitere Fahrzeuge. Spartenleiter Gunter Bosch kann nicht sagen, wann die Geräte geliefert werden: "Wir sind auf Toll Collect angewiesen". Bei der großen Spedition Willi Betz in Reutlingen ist noch kein einziges Fahrzeug damit versehen, "weil kein Gerät zu beschaffen ist", sagte Ulrich Herrmann von dem württembergischen Transportunternehmen. Es werde schwer in dem Vierteljahr bis zum 1. November alle 1500 bis 1600 für Betz fahrenden Lkw damit auszustatten.</P><P>Auch Dachser in Kempten, mit weltweit über 11 000 Mitarbeitern und über 2000 Fahrzeugen, einer der großen der Branche, hat noch keinen einzigen Bordcomputer. "Alle Lkw sind angemeldet, aber nicht einmal die Werkstätten haben die Geräte", sagte Martin Neft von der Allgäuer Spedition. Außerdem funktioniere die Software nicht richtig. Zwar könne so ein "On-board-unit" recht schnell eingebaut werden. Bis zum 31. August wäre das aber nicht zu machen gewesen. Die kleinere Spedition Werndl in Kirchheim bei München mit 100 Mitarbeitern hat immerhin schon vier von gut 40 Lastwägen ausgerüstet. Bei der Spedition LTG in Garching werden die 80 LKW seit einer Woche umgerüstet, 15 sind bereits fertig, pro Tag kommen zwei hinzu. "Bei uns klappt der Einbau", sagte Geschäftsführer Heinrich Doll.<BR><BR></P>

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