Schlechterer Job = geringere Lohnerhöhung

Wiesbaden - Je schlechter der Job, desto geringer sind auch die Aussichten auf Gehaltssteigerungen. Trotzdem dürfen sich die Deutschen glücklich schätzen, denn die Reallöhne sind erneut gestiegen.

Menschen mit kleinen Jobs haben in Deutschland die geringsten Aussichten auf Gehaltssteigerungen. Das geht aus einem am Freitag vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Langzeitvergleich der Entgelte verschiedener Berufsgruppen hervor. Als einziger Gruppe ist es den geringfügig Beschäftigten von 2007 bis 2011 nicht gelungen, die Teuerung von 6,6 Prozent durch höhere Löhne komplett auszugleichen. Sie hatten laut Statistik nur 6,0 mehr Geld in der Tasche, verloren also real Kaufkraft.

Ganz anders sieht das bei den Voll- und Teilzeitbeschäftigten aus, die nominal Steigerungen um 9,2 beziehungsweise 10,3 Prozent und damit Zuwächse bei den Reallöhnen erreichten. Im Schnitt stiegen die Arbeitsentgelte um 9,4 Prozent. Weit darüber lagen die Steigerungen für leitende Arbeitnehmer (+12,4 Prozent) und herausgehobene Fachkräfte (+9,8 Prozent). Selbst angelernte und ungelernte Arbeiter konnten die Inflation noch ausgleichen, sofern sie nicht geringfügig beschäftigt waren.

Auch aufs Quartal gerechnet sind die Reallöhne in Deutschland gestiegen: Im Jahresvergleich stieg der Bruttomonatsverdienst aller Beschäftigten im dritten Quartal 2012 um durchschnittlich 1,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Die Nominallöhne erhöhten sich in diesem Zeitraum demnach um 3,0 Prozent, die Verbraucherpreise stiegen um 1,9 Prozent. Die Reallöhne sanken damit bereits seit elf Quartalen in Folge nicht mehr.

Deutsche verdienen durchschnittlich 3404 Euro im Monat

Die Bruttoverdienste stiegen laut Nominallohnindex von 2007 bis 2011 durchschnittlich um 9,4 Prozent. Voll- und Teilzeitbeschäftigte konnten in dieser Zeit mit Lohnzuwächsen von 9,3 und 10,3 Prozent die um 6,6 Prozent gestiegenen Verbraucherpreise kompensieren. Der Verdienstzuwachs der geringfügig Beschäftigten von 6,0 Prozent glich die gestiegenen Lebenshaltungskosten dagegen nicht aus.

Im Schnitt verdienten Vollzeitbeschäftigte in Deutschland im dritten Quartal 2012 ohne Sonderzahlungen 3.404 Euro brutto im Monat. Bis 2012 berücksichtigen die Statistiker in der Erhebung der Lohnindizes ausschließlich Vollzeitbeschäftigte. Die neuen Indizes berücksichtigen zusätzlich die Gehälter von teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmern.

dapd/dpa

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