Lokführer-Streik: "Dieses Angebot ist eine Provokation"

Berlin - Die Lokführergewerkschaft GDL hat den Arbeitgebern im laufenden Tarifstreit eine bewusste Verzögerung der Verhandlungen zu Lasten der Kunden vorgeworfen.

“Man hat fast das Gefühl, sie wollten diesen Arbeitskampf am heutigen Tage provozieren, zu Lasten der Kunden“, sagte der stellvertretende GDL-Vorsitzende Sven Grünwoldt am Freitag im ARD-Morgenmagazin. Am Vormittag von 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr wollen die Lokführer den Gleisverkehr erneut mit einem Warnstreik bundesweit lahmlegen.

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Lokführer streiken am Freitag

Der GDL geht es vor allem um einen einheitlichen Tarifstandard für alle 26 000 Lokführer in Deutschland. Dabei soll das hohe Niveau der Deutschen Bahn (DB) die Messlatte sein - und der Marktführer zeigt sich auch verhandlungsbereit. Mit der DB-Konkurrenz - darunter die sechs großen Unternehmen Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia und Hessische Landesbahn - gab es aber bisher keine Annäherung. Der erneute Warnstreik trifft vor allem die gesprächsbereite DB. Sie sieht den Arbeitskampf auf ihrem Rücken ausgetragen.

Nach Grünwoldts Worten ist das bisherige Arbeitgeber-Angebot völlig inakzeptabel und der Warnstreik daher unvermeidlich. Es liege “mehr als 100 Euro monatlich unter dem heute bestehenden Entgelt bei der DB“, auch fehle das DB-Weihnachtsgeld. “Dieses Angebot der Arbeitgeberseite (...) ist für uns und unsere Mitglieder eine absolute Provokation“, sagte Grünwoldt. Die DB zahlt Lokführern im Schnitt 2700 Euro Brutto plus monatliche Zulagen und Weihnachtsgeld. Bei ihrer Konkurrenz gibt es teils erheblich weniger Geld.

Bei der GDL läuft derzeit eine Urabstimmung über unbefristete Streiks. Das Ergebnis wird am Montag bekanntgegeben. Nach dem am Freitag soll es bis dahin keinen weiteren Ausstand geben. Grünwoldt betonte: “Wir sind jederzeit bereit zu verhandeln. Das bedingt aber verhandlungsfähige, ernst gemeinte und zwar verbesserte Angebote. Dann kommen wir sofort an den Verhandlungstisch zurück.“

dpa

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