Tarif-Auseinandersetzung

Lokführergewerkschaft stimmt Gesprächen mit Bahn zu

Berlin - Die Lokführergewerkschaft GDL hat neuen Gesprächen mit der Deutschen Bahn zugestimmt. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) nahm am Mittwoch das Angebot des Unternehmens an, am 21. November Tarifverhandlungen zu führen.

Sie sollen parallel zu den Tarifgesprächen mit der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) stattfinden. Deren Vorsitzender Alexander Kirchner drohte am Mittwoch allerdings erneut, den Termin platzen zu lassen.

Der Konzern hatte der GDL und der EVG am Dienstag vorgeschlagen, die Tarifverhandlungen parallel fortzusetzen. Zudem lud das Unternehmen zu einem Spitzengespräch der drei Seiten am 18. November ein. Solch einem Treffen stimmten sowohl die GDL als auch die EVG zu. EVG-Chef Kirchner machte allerdings zur Bedingung, dass alle Parteien dabei "eine verbindliche Erklärung zur Vermeidung von Tarifkonkurrenz" abgeben.

Hintergrund ist ein seit Monaten schwelender Streit um die Machtverhältnisse zwischen den beiden Gewerkschaften. Die GDL will künftig nicht nur Tarifverhandlungen für die Lokführer führen, sondern auch für das Zugpersonal. Dieses ist mehrheitlich aber bei der EVG organisiert und wird von dieser vertreten. Verhandeln beide Gewerkschaften könnten letztlich zwei konkurrierende Tarifverträge für eine Berufsgruppe herauskommen - mit unterschiedlichen Regelungen zu Arbeitszeiten und Entgelt.

Die Deutsche Bahn will solch eine Tarifkonkurrenz verhindern. Auch die EVG ist dagegen. Die EVG kämpfe seit Jahrzehnten für das Ziel "gleicher Lohn für gleiche Arbeit", betonte Kirchner am Mittwoch erneut. Dies werde die Gewerkschaft "entschieden verteidigen". Die EVG vertrete die Interessen "aller Beschäftigten". In der Gesprächsrunde am 21. November sollte aber "vornehmlich" über die Lokführer und Zugbegleiter gesprochen werden. "Das machen wir nicht mit." Kirchner forderte die Bahn auf, die Tarifverhandlungen ohne neue Bedingungen zu führen. "Ansonsten lassen wir diesen Termin platzen."

AFP

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