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Die Luftfahrtbranche blickt nicht optimistisch in die Zukunft.

Luftfahrtverband sieht noch schwärzer als zuvor

Minneapolis - Der internationale Luftfahrtverband IATA erwartet wegen der globalen Wirtschaftskrise für das laufende Jahr Verluste von insgesamt 11 Milliarden Dollar bei den Fluggesellschaften.

Die International Air Transport Association setzte am Dienstag in Washington ihre bereits düstere Prognose von Juni um weitere zwei Milliarden Dollar herauf. Die Umsätze dürften demnach weltweit um 15 Prozent auf 455 Milliarden Dollar sinken. Für 2010 sagte der Verband Verluste von 3,8 Milliarden Dollar voraus, obwohl Passagierzahlen und Frachtaufkommen wieder steigen sollen.

Die IATA berichtigte zugleich deutlich ihre Verlustschätzung für 2008. Nach neuer Berechung betrug das Defizit der Fluglinien nicht 10,4 Milliarden Dollar, sondern sogar 16,8 Milliarden Dollar. “Die Verluste in dieser Krise sind mit 27,8 Milliarden Dollar in den Jahren 2008 und 2009 größer als nach den Ereignissen des 11. September 2001“, betonte IATA-Generaldirektor Giovanni Bisignani. In den Jahren 2001/02 hätten die Verluste in der Luftfahrtindustrie 24,3 Milliarden US-Dollar betragen.

Europäer besonders hart getroffen

Von dem Umsatzrückgang werde sich die Branche erst in einigen Jahren erholen, meinte Bisignani. “Eine sinnvolle Anpassung der Kapazitäten sowie eine strenge Kostenkontrolle und -reduktion sind überlebensnotwendig.“ Umsätze auf dem Niveau von 2008 seien frühestens im Jahr 2012 wieder zu erwarten.

Besonders gravierend trifft es nach den Angaben der IATA die Fluggesellschaften in Europa, für die mit 3,8 Milliarden Dollar in diesem Jahr mehr als doppelt so hohe Verluste erwartet werden als die noch im Juni 2009 prognostizierten 1,8 Milliarden Dollar. Besonders der europäische Langstreckenverkehr sei in der Krise dramatisch eingebrochen. Fluggesellschaften in Nordamerika erwarten in diesem Jahr Verluste in Höhe von 2,6 Milliarden Dollar, ebenfalls mehr als doppelt soviel wie die im Juni dieses Jahres prognostizierte 1 Milliarde US-Dollar.

AP

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