Karlsruhe erlaubt G20-Protestcamp - aber stark eingeschränkt

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Lufthansa und Audi schaffen 5100 neue Stellen

München - Der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt hält an. Die Lufthansa will 4300 Mitarbeiter einstellen, Audi sucht 800 Akademiker. Dabei waren seit der Wiedervereinigung noch nie so viele Menschen in Deutschland beschäftigt wie im abgelaufenen Jahr.

Dass die Ingolstädter Autobauer die Schwäche des Münchner Erzrivalen nutzen, liegt auf der Hand. Seit Jahren liegt man im Wettbewerb um die besten Köpfe hinter BMW. Ein Arbeitgeber, der gerade angekündigt hat, bis zu 8000 Stellen abzubauen, wird auf diesem Gebiet erst einmal nicht mehr punkten können. Das ist die Chance für Audi: Mit den 800 zusätzlich einzustellenden Mitarbeitern will Audi aufholen, vielleicht sogar überholen. Nötig hatte man die öffentliche Erklärung zur Personalrekrutierung nicht. Bei Audi gibt es mehr Bewerber als offene Stellen.

Das Wort Fachkräftemangel kommt hier nicht vor. Dabei hat Audi es auf Berufe abgesehen, die in viel zu geringer Zahl aus den Hochschulen tröpfeln: Ingenieure. Rund 70 Prozent der neuen Audi-Mitarbeiter sollen dieser Berufsgruppe angehören. 20 Prozent sind Wirtschaftswissenschaftler, zehn Prozent kommen aus anderen Fachbereichen.

Zwei Drittel der neuen Stellen entstehen im Audi-Hauptwerk Ingolstadt, ein Drittel in Neckarsulm. Dabei werden nicht nur Hochschulabsolventen gesucht und sogenannte "Young Professionals", die schon einige Jahre auf dem Buckel haben. Auch für "Berufserfahrene" gibt es Umstiegschancen.

Sogar 4300 neue Mitarbeiter sucht die Lufthansa heuer. Sie steigert damit das Tempo des Personalaufbaus noch einmal. Im Jahr 2006 wurden bereits 2500 Mitarbeiter geholt, 2007 waren es 3000. Und es könnte so weitergehen. Bis 2015 hat die Fluggesellschaft 170 neue Flugzeuge geordert. Dafür braucht man Menschen: Allein 1000 Fluggastbetreuer, 2000 Flugbegleiter und 360 Pilotenschüler sollen es heuer sein.

Der Löwenanteil der neuen Stellen entsteht in Frankfurt. Auf München, wo 2007 drei neue Langstreckenjets der Kranich-Linie stationiert werden, entstehen rund 800 der neuen Jobs. Es kommen noch einige Piloten dazu, wenn sie ihre Ausbildung beendet haben. Denn die Flugschüler werden zunächst in Bremen stationiert.

Was zunächst als isolierte Aktion besonders erfolgreicher Unternehmen erscheint, erfasst aber offenbar weitere Teile der Volkswirtschaft. Denn zum Jahreswechsel stehen am Arbeitsmarkt alle Ampeln auf Grün: Die Erwerbstätigenzahl in Deutschland hat 2007 den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. 39,7 Millionen Erwerbstätige sind 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr und ein Rekordstand im vereinigten Deutschland.

Und selbst der traditionell schwierige Dezember fällt auf dem Arbeitsmarkt vergleichsweise mild aus. Zwar rechnen Experten mit einer Zunahme der Arbeitslosenzahlen um 100 000 bis 125 000. Doch liegt dieses erwartete Plus deutlich unter den saisonüblichen Werten. Die genauen Zahlen wird die Bundesagentur heute veröffentlichen. Wichtiger noch als die aktuelle Statistik sind aber die Perspektiven. Und die bleiben trotz aller konjunkturellen Warnsignale rosig. "Auch 2008 dürfte weiter Beschäftigung aufgebaut werden", betonte die Bundesagentur gestern. "Die Einstellungsbereitschaft der deutschen Wirtschaft bewegt sich weiter auf einem sehr hohen Niveau."

Der von der Bundesagentur monatlich ermittelte Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften, der sogenannte BA-X habe im Dezember mit dem Wert von 243 einen neuen Höchststand erreicht. Im Vergleich zum November legte der Indikator um acht Punkte zu. Dies ist der zweitgrößte Monatsanstieg seit Veröffentlichung des BA-X im Juni 2007. Im Jahresverlauf 2007 habe der Stellen-Indikator um 55 Punkte zugelegt.

Mit Material von dpa

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