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Nichts ging mehr im Fugverkehr wegen der Vulkanasche: Jetzt wird Bundesverkehrsminister Ramsauer dafür scharf angegriffen.

Lufthansa-Aufsichtsratschef greift Ramsauer an

Singapur - Der Aufsichtsratschef der Lufthansa, Jürgen Weber, hat das Verhalten von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer nach dem Vulkanausbruch in Island scharf kritisiert.

Weber sagte am Samstag auf der Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft in Singapur, die Flugverbote seien “so unnötig wie ein Kropf“ gewesen. Als “Skandal“ bezeichnete Weber, dass der Minister den Luftfahrtgesellschaften vorgeworfen habe, ihnen gehe Profit vor Sicherheit. Weber sagte, nach Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull habe man nicht gemessen und Fakten erhoben. Aufgrund von Computersimulationen und Satellitenbildern sei der europäische Luftverkehr lahmgelegt worden. Den Airlines seien Milliardenschäden entstanden - allein der Lufthansa nachweisbar 200 Millionen Euro.

“Unmenschlich und unnötig“

Viel schlimmer sei aber gewesen, dass Menschen im Ausland festgesessen seien. Und 1.200 Leute hätten tagelang nicht aus dem Transitbereich des Frankfurter Flughafens herausgekonnt. “Das war unmenschlich und alles unnötig.“ Die Luftfahrtindustrie beschäftige sich seit vielen Jahren mit dem Thema Sicherheit, betonte Weber. Dazu gehöre auch alles, was in der Luft sei und einem Flugzeug Schaden zufügen könne.

Neben Asche gebe es beispielsweise Vogelschlag, Eis, Hagelschauer oder Sand. Wenn die Maßstäbe, die in Europa herangezogen worden seien, in Peking oder Saudi-Arabien gelten würden, “wäre über Wochen der Luftverkehr in diese Regionen überhaupt nicht möglich“. Wenn er Verkehrsminister gewesen wäre, hätte er seinen Kollegen in den USA angerufen, sagte Weber. Dort habe man Erfahrung mit Vulkanausbrüchen. Die Amerikaner seien sehr sicherheitsbewusst. “Und wenn dieses Gespräch stattgefunden hätte, wären wir geflogen.“

Der Aufsichtsratschef sagte, hoffentlich würden aus dieser “Misere“ die notwendigen Lehren gezogen. In Zukunft dürfe man sich nicht allein auf ein kleines Institut in London verlassen, das fünf Mitarbeiter habe. “Auf Fakten basierend treffen wir die Entscheidungen - und die müssen die Leute treffen, die was verstehen von Luftfahrt und die auch bereit sind, die notwendigen Risiken auf sich zu nehmen.“ Es sei “einfach, an die Öffentlichkeit zu gehen und zu sagen, ich bin der Mister Sicherheit und deshalb grounden wir die Flugzeuge“, kritisierte Weber.

Wenn sich diese Art des Sicherheitsdenkens in einer Industrienation wie der Bundesrepublik breitmache, “dann gute Nacht Deutschland“. Weber versicherte, wenn die Lufthansa ein Sicherheitsproblem entdecke, “dann wird das behoben, dann wird nicht gerechnet, ob das wirtschaftlich ist“. Diese Politik gelte auch für Aschewolken. “Und wenn sich dann ein Minister hinstellt und sagt, hier geht den deutschen Luftverkehrsgesellschaften Profit vor Sicherheit, dann ist das wirklich ein Skandal.“

dpad

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