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Der Langstreckenflieger Airbus A350 gilt als sehr kosteneffizient.

Drehkreuz verstärkt

Lufthansa baut Standort München aus: Weitere Superflieger angekündigt

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München - Die Lufthansa stärkt ihr zweitgrößtes Drehkreuz München. Der größte deutsche Luftfahrtkonzern verlegt fünf weitere seiner modernsten Flieger in den Süden Deutschlands. Wir erklären, warum die Lufthansa so auf München fliegt:

Weitere A350 für München: Gute Nachrichten für den Standort – denn nachdem ohnehin schon zehn brandneue A350 im Erdinger Moos stationert werden, sollen jetzt fünf weitere folgen. Insgesamt würden dann 15 Modelle des A350 von München aus die Langstrecke bedienen. Der Vorteil: Der A350 ist besonders günstig zu betreiben, Spohr rechnet vor: „Die Stückkosten sind bei diesem Flugzeug, das knapp 300 Sitze hat, auf dem gleichen Level wie die Stückkosten bei einem A380 mit 500 Sitzen.“ Bisher waren viele Langstrecken nur über die großen Mega-Hubs wirtschaftlich zu betreiben – jetzt rückt auch ein kleinerer Knotenpunkt wie München stärker in den Fokus. „München wird für uns wichtiger werden“, kündigt der Lufthansa-Chef an – nicht ohne damit auch eine Drohung an den Flughafen Frankfurt zu verbinden.

Ärger mit Frankfurt: Die Lufthansa ist aber nicht nur wegen der guten Nachrichten aus München mit ihrer Jahres-Pressekonferenz an den Münchener Flughafen gekommen – sie verbindet damit auch eine Warnung an die Betreiber des Frankfurter Flughafens. Dort hat es die Lufthansa jetzt mit einem neuen Konkurrenten zu tun. Der irische Billigflug-Gigant Ryanair ist als Neuling an Deutschlands größtem Flughafen gelandet – und wurde vom Betreiber Fraport mit einem satten Rabatt bei den Flughafengebühren gelockt. 50 Prozent werden Ryanair erlassen. „Ein neuer Wettbewerber darf nicht auf Strecken subventioniert werden, die andere Airlines vor Ort schon fliegen“, fordert Spohr. Er will mit dem Frankfurter Flughafen – der nach Heathrow die höchsten Gebühren in Europa erhebt – jetzt nachverhandeln und ebenfalls einen 50-Prozent-Rabatt erhalten. Seine Drohung: Gelingt das nicht, dann könnte die Lufthansa ihre Umsteigepassagiere verstärkt über die anderen Drehkreuze Zürich, Wien oder München lotsen.

Die Einigung mit Cockpit: Die Erleichterung über die Einigung mit der Pilotenvereinigung Cockpit ist förmlich mit den Händen zu greifen. In drei Jahren hat der Konflikt mit seinen Streiks das Unternehmen 500 Millionen Euro gekostet – allein 100 Millionen kosteten die sechs Streiktage im letzten November. Und: Insgesamt waren 800 Millionen Passagiere von den Aktionen betroffen. Jetzt herrscht bis 2022 Friedenspflicht. Durch den Abschluss spart Lufthansa zudem bares Geld. Einmalig einen hohen dreistelligen Millionenbetrag – wohl mehr als die 652 Millionen, die durch die Einigung für das Kabinenpersonal 2016 verbucht werden konnten. Wichtiger als dieser Einmaleffekt ist aber die jährliche Einsparung von 150 Millionen Euro. Spohr freut sich darüber, nun alle „Tarife aus Zeiten des Staatseigentums“ modernisiert zu haben.

Eurowings in München: Eine weitere Neuheit am Münchner Flughafen. Ein umlackierter Air-Berlin-Jet, den die Lufthansa ausgeliehen hat und der ab Ende des Monats unter der Lufthansa-Marke Eurowings von München aus starten wird. „Wir fangen in München mit vier Eurowings-Flugzeugen an und werden 30 Ziele bedienen“, erklärte Spohr zu den Plänen der Billig-Tochter. „Da ist noch Platz für mehr“, meint Spohr – insgesamt sollen 160 Jetzt für Eurowings starten. Das Problem: „In München ist kaum noch Platz für mehr Flugzeuge.“

Dritte Startbahn: Spohr plädiert für eine dritte Startbahn. „Die brauchen wir nicht morgen“, sagt er. „Aber wenn wir weiter oben mitspielen wollen, brauchen wir langfristig die dritte Startbahn.“ Bayerns Finanzminister Markus Söder sieht in der Stationierung weiterer emissions- und lärmarmer A350-Jets einen Schritt auf die Flughafen-Nachbarn zu: „Damit wird München weiter zu einem der ökologischsten Airports. “

M. Kniepkamp

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