Lufthansa und Air Berlin wollen Rubel rollen lassen

Moskau - Die beiden größten deutschen Fluggesellschaften Lufthansa und Air Berlin bauen ihr Engagement in Russland nach Angaben von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) deutlich aus.

Lufthansa werde ab 2012 neben dem Flughafen Moskau-Domodedowo auch Moskau-Wnukowo nutzen, sagte Ramsauer am Montag in Moskau. Außerdem strebe Air Berlin in Russland eine stärkere Zusammenarbeit mit einheimischen Partnern an. Im Streit um den EU-Emissionshandel im Flugverkehr sagte Ramsauer, er hoffe auf eine baldige Lösung. Russland hatte den Handel als Diskriminierung bezeichnet und droht europäischen Airlines mit einem Entzug der Lande- und Überflugrechte.

Als “schwierige Frage“ bezeichnete Ramsauer auch die umstrittenen russischen Überfluggebühren. Dieses Problem löse sich hoffentlich durch den geplanten Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (WTO), sagte er. “Es sollten Gebühren sein, die nicht den Wettbewerb verzerren.“ Die Abgaben sollten bis 2014 auslaufen und dann neu geregelt werden, appellierte Ramsauer an seinen Amtskollegen Igor Lewitin. Die als “Royalties“ bezeichneten Gebühren sorgen seit Jahren für Kritik bei nicht-russischen Airlines. Moskau hatte bereits 2006 versprochen, die Zahlungen von mehreren 1000 US-Dollar pro Überflug abzubauen. Kritiker werfen Russland “moderne Wegelagerei“ vor.

Mitglied von Ramsauers Wirtschaftsdelegation ist auch Lufthansa-Chef Christoph Franz. Das Unternehmen fliege ab 2012 dreimal wöchentlich von Berlin und Frankfurt nach Moskau-Wnukowo, hieß es am Rande der Gespräche. Es gehe um neue Verbindungen, nicht um eine Verlegung von Domodedowo. Ein ähnlicher Teil-Umzug von Lufthansa-Partnern aus der Star Alliance sei nicht ausgeschlossen.

Ramsauer bezeichnete Russlands offiziell für Dezember geplanten WTO-Beitritt als “Segen für beide Länder“. Die Bundesregierung sei “ausgesprochen glücklich“ darüber. “Eine WTO mit Russland würde den Welthandel auf eine völlig neue Basis stellen.“ Der Minister reist nach einem Aufenthalt in St. Petersburg an diesem Dienstag zurück.

dpa

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