Lufthansa-Maschinen am Terminal in München.
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Lufthansa-Maschinen am Terminal 2 in München: Die Airline will ihr Angebot mit dem Sommerflugplan deutlich erweitern.

Schwerpunkt Mittelstrecke

Lufthansa: Mehr Ziele im Süden - Airline will Sommer-Flugplan am Flughafen München deutlich anpassen

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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Die Lufthansa blickt mit Vorsicht auf 2021. Bis das Vorkrisenniveau erreicht ist, dürfte es wohl noch dauern. Doch mit zusätzlichen Verbindungen in beliebte Urlaubsländer will das Unternehmen die Wende einleiten.

  • Nur wenige Branchen leiden so massiv unter der Corona-Pandemie wie die Luftfahrt.
  • Auch die Lufthansa hat es böse erwischt. Mit Beginn des Sommerflugplans hofft die krisengebeutelte Airline auf eine allmähliche Besserung.
  • Die Hoffnungen liegen dabei vor allem auf touristischen Zielen im Süden Europas.

München – Die Lufthansa rechnet angesichts weltweit weiter steigender Corona-Zahlen nicht mit einer raschen Besserung im Flugverkehr. „Wir gehen derzeit davon aus, dass das Verkehrsaufkommen bis Jahresende rund 50 Prozent des Vorkrisenniveaus erreichen könnte“, sagte eine Konzern-Sprecherin am Mittwoch gegenüber Merkur.de*. Noch im vergangenen Herbst hatte die Airline auf eine entsprechende Erholung bis zur Sommersaison gehofft. Nun blickt das Unternehmen mit größerer Vorsicht auf das laufende Jahr. 

Die Ticketnachfrage werde maßgeblich davon abhängen, wie sich die Corona-Zahlen in den Zielländern entwickelten und wie viele Menschen in Deutschland und den Zielländern geimpft werden könnten, sagte die Lufthansa-Sprecherin.

Wegen der Corona-Pandemie steckt die Branche in der schlimmsten Krise ihrer Geschichte. Nach einer Übersicht des Branchenverbands IATA summierten sich die Verluste der Airlines im vergangenen Jahr weltweit auf insgesamt rund 100 Milliarden Euro. Die ebenfalls defizitären Flughafen-Betreiber, Flugzeugbauer oder Zulieferer sind da noch nicht mal mit drin.

Auch die Lufthansa steckt tief in der Krise. Alleine von Januar bis September waren die Fluggastzahlen um rund zwei Drittel auf 32,2 Millionen abgestürzt. Im selben Zeitraum türmte der Konzern 5,58 Milliarden Euro Miese auf. Wegen der bedrohlichen Lage musste im vergangenen Frühjahr sogar der Bund mit einem milliardenschweren Rettungspaket zu Hilfe eilen.

Zwar verzeichnete die Airline während der jüngsten Weihnachtsfeiertage kurzfristig einen unerwarteten Buchungsanstieg für Sonnen-Ziele wie die Kanaren oder Südafrika. Doch bleibt die wirtschaftliche Lage für die Branche angesichts anhaltender Reisebeschränkungen und der beschleunigten Ausbreitung der Corona-Pandemie etwa in Groß-Britannien weiter extrem angespannt.

Und Besserung ist kaum in Sicht. Branchenexperten zufolge könnte sich zunächst das Geschäft mit Touristen auf der Mittelstrecke berappeln. Dagegen dürfte die Erholung bei Geschäftsreisen noch lange auf sich warten lassen – wenn die teuren Trips in der Business-Class ihr Vorkrisenniveau denn überhaupt jemals wieder erreichen. Schließlich haben viele Unternehmen während der Corona-Pandemie die Vorzüge von Video-Konferenzen zu schätzen gelernt. Viele Stippvisiten vor Ort dürften daher künftig komplett wegfallen.

Bei der Lufthansa stellt man sich darauf entsprechend ein. Mit Start des Sommerflugplans werde das Mittelstrecken-Angebot am Flughafen München spürbar ausgeweitet, kündigte die Konzern-Sprecherin an. Vor allem Ziele auf den griechischen Inseln würden mit dem Flugplanwechsel ab Ende März häufiger angeflogen. Bereits im vergangenen Herbst seien Destinationen wie Kos oder Rhodos besonders gefragt gewesen. Neben den Temperaturen sprächen zudem vergleichsweise niedrige Inzidenz-Werte für das Urlaubsziel am Mittelmeer. Weitere Schwerpunkte im Sommerflugplan blieben die Kanaren, Spanien, Portugal, Südfrankreich oder Italien, hieß es. Welche Ziele am Ende jedoch tatsächlich wie oft angeflogen werden, hänge von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie ab, hieß es.

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