Lufthansa-Flugzeug auf dem Rollfeld
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Die Lufthansa setzt Hoffnungen unter anderem auf den Flugverkehr zwischen Europa und den USA.

Passagierverkehr

Lufthansa-Chef sieht Öffnung im Flugverkehr kommen - und dämpft Hoffnungen auf günstige Preise

Die Lufthansa steuert auf einen Rekord zu, doch eine große Entspannung der Lage deutet sich damit für den Luftfahrt-Riesen nicht direkt an.

München - Die Lufthansa und ihr Tochterunternehmen Eurowings wollen in diesem Sommer mehr als hundert Urlaubsziele anfliegen. „Das ist absoluter Rekord in der Firmengeschichte“, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr der Bild am Sonntag. Spohr forderte zugleich Erleichterungen für Passagiere, die eine Corona-Impfung erhalten haben.

Lufthansa-Chef hofft auf internationale Nachweise für Corona-Impfung

Erste Länder öffneten bereits ihre Grenzen für Corona-Geimpfte, und es sei zu erwarten, dass schnell weitere hinzukommen werden. „Wir brauchen entsprechende internationale, digitale Impf- und Testnachweise, um endlich die kaum kontrollierbare Quarantäne zu ersetzen“, forderte der Lufthansa-Chef. Europa müsse hier gemeinschaftlich agieren. „Der geplante grüne EU-Impfpass wäre ein Durchbruch.“

Lufthansa rechnet nicht mit schneller Erholung im Luftverkehr

Nach einem erneuten Milliardenverlust der Lufthansa im ersten Quartal dieses Jahres hat Europas umsatzstärkster Luftverkehrskonzern seine Erwartungen für eine Erholung des Luftverkehrs weiter nach hinten verschoben. Der bereits angekündigte Personalabbau scheint unausweichlich zu bleiben. 

Spohr erwartet zwar weiterhin eine stark steigende Nachfrage ab dem Sommer. „Ermutigende Signale, wie die Ankündigung der EU-Kommission, geimpften Fluggästen aus den USA die Einreise nach Europa wieder zu ermöglichen, bestätigen unsere Zuversicht“, erklärte er. Er rechne bereits in den kommenden zwei bis drei Wochen mit positiven Entscheidungen der US-Regierung zur Öffnung des Flugverkehrs Richtung Europa.

Hoffnung auf „großen politischen Willen“ zur Öffnung

Innerhalb Europas gebe es einen starken Druck der südlichen Länder, schnell einen einheitlichen Green Pass einzuführen, in dem Impfungen, Tests und überstandene Corona-Infektionen festgehalten werden können. Vor allem der Verzicht auf lange Quarantänen würde den Passagierverkehr beflügeln. „Ich denke, es gibt einen großen politischen Willen, Europa zu öffnen“, sagte Spohr.

Auf allzu günstige Tickets sollten die Passagiere beim Wiederanlauf aber nicht hoffen, erklärte der Lufthansa-Chef. Harte Preiskämpfe gehörten der Vergangenheit an. „Die Fluggesellschaften können sich hohe Rabatte einfach nicht leisten.“ Auch auf dem Nordatlantik-Markt, der für rund die Hälfte der Lufthansa-Langstrecken steht, erwarte er einer „sehr hohe Preisdisziplin“, sagte er. (dpa/AFP)

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