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Mit einer Billigtochter will die Lufthansa jetzt der Konkurrenz Fluggäste abjagen.

"Erhebliche Effizienzpotenziale"

Lufthansa-Billigflieger soll Konkurrenz angreifen

Frankfurt/Main - Eine große kostengünstige Lufthansatochter soll künftig mit den Billigfliegern konkurrieren. Innerdeutsche und europäische Ziele soll der neue Carrier ansteuern.

Deutschlands größte Airline kündigte am Mittwoch an, alle ihre innerdeutschen und europäischen Verbindungen, die nicht über Frankfurt am Main und München abgewickelt werden, zum Jahreswechsel kommerziell und organisatorisch in einer neuen Tochter zusammenzuführen. Die Zusammenführung solle auf Basis der bereits bestehenden Billigtochter Germanwings erfolgen, erklärte das Unternehmen in Frankfurt am Main.

Die Lufthansa erhofft sich von der Ausgliederung ihrer innerdeutschen und europäischen Direktverbindungen in die neue Tochter „erhebliche Effizienzpotenziale“, wie Vorstandschef Christoph Franz sagte. „Unser Ziel ist, diese Verkehre unter dem Dach einer Gesellschaft wieder profitabel zu fliegen.“

Mit der neuen Gesellschaft biete die Lufthansa ihren Gästen auch außerhalb von Frankfurt und München weiter ein dichtes und hochwertiges Streckennetz. „Unsere Mitarbeiter in diesen Bereichen haben die Perspektive auf sichere Arbeitsplätze in einem Unternehmen der Lufthansa Gruppe“, sagte Franz zudem. Die Entscheidung über den künftigen Markennamen der neuen Gesellschaft werde in den kommenden Monaten fallen.

Ein Fünftel der deutschen Maschinen wird ausgegliedert

Im Auftrag der neuen Gesellschaft sollen nach Angaben der Lufthansa ab dem Jahreswechsel auch die Flugzeuge der Tochter Eurowings fliegen. Damit würden dann insgesamt rund 90 Flugzeuge den Direktverkehr in Deutschland und Europa abdecken, erklärte das Unternehmen. Die neue Gesellschaft auf Basis von Germanwings solle im ersten Jahr mehr als 18 Millionen Passagiere befördern.

Ohne ihre Töchter im Ausland verfügt die Lufthansa nach Auskunft einer Unternehmenssprecherin derzeit über 440 Passagiermaschinen. Ab kommendem Januar soll damit etwa ein Fünftel ihrer deutschen Passagiermaschinen für die neue Tochter fliegen. Ihr Sitz soll in Köln sein, wo bereits Germanwings beheimatet ist.

Airline baut neues Logistikzentrum in Frankfurt

Neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Lufthansa soll der ehemalige Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber werden. Dies habe der zuständige Nominierungsausschuss dem Aufsichtsrat empfohlen, erklärte das Unternehmen. Mayrhuber solle auf der Hauptversammlung 2013 Jürgen Weber ablösen, der altersbedingt nicht zur Wiederwahl antrete.

Der Aufsichtsrat gab zudem grünes Licht für den Bau eines neuen Logistikzentrums in Frankfurt am Main. Der Nachfolgebau des mehr als 30 Jahre alten Lufthansa Cargo Centers solle im Jahr 2018 in Betrieb genommen werden, erklärte die Airline. Frankfurt bleibe trotz des Nachtflugverbots das zentrale Drehkreuz für das Frachtgeschäft des Konzerns, betonte Vorstandschef Franz.

Das Hauptgebäude des neuen Zentrums soll ab 2014 gebaut werden. Der Luftfrachtterminal werde auf bereits genutzten Flächen errichtet, hieß es. In den kommenden Monaten werde zunächst das Baufeld geräumt. Das neue Zentrum werde parallel zum laufenden Betrieb gebaut. Die Investitionssumme liege im mittleren dreistelligen Millionenbereich.

dapd

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