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Lufthansa und Cockpit einigten sich vor dem Arbeitsgericht, nachdem das Unternehmen und seine Frachttochter Lufthansa Cargo Anträge auf Einstweilige Verfügungen gegen den Ausstand gestellt hatten.

Lufthansa und Piloten arbeiten an Tarifeinigung

Frankfurt/Main - Es wird noch ein paar Tage dauern, bis die Lufthansa nach dem Ein-Tages-Streik der Piloten planmäßig fliegt. Hinter den Kulissen arbeiten Fluglinie und Piloten an einer Tarifeinigung.

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Nach der Aussetzung des Pilotenstreiks gehen Lufthansa und Vereinigung Cockpit aufeinander zu. Sprecher beider Seiten äußerten sich am Dienstag zuversichtlich, dass man nun bald zu einer Lösung des Tarifkonflikts komme. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, der am Wochenende als Moderator aufgetreten war, forderte eine schnelle und nachhaltige Einigung. Obwohl die Piloten wieder geschlossen ihren Dienst antraten, wird der normale Flugplan laut Lufthansa erst Ende der Woche wieder eingehalten werden können.

So lange dauere es, bis die Flugzeuge und Besatzungen wieder an ihrem jeweiligen Startort sind. “Der Sonderflugplan hat noch die nächsten Tage Bestand. Der Flugbetrieb wird sich aber bis spätestens am Freitag normalisieren“, sagte Lufthansa-Sprecherin Amelie Schwierholz am Dienstag der Nachrichtenagentur DAPD.

Die am Montag auf Vorschlag des Frankfurter Arbeitsgerichts vereinbarte Wiederaufnahme der Tarifgespräche werde nun zügig in Angriff genommen. “Es haben auch gestern Abend schon erste Kontakte auf Arbeitsebene stattgefunden“, sagte Lufthansa-Sprecher Klaus Walther im ZDF-Morgenmagazin. Einen konkreten Verhandlungstermin gibt es laut Schwierholz aber noch nicht.

“Bereit zu Gesprächen über Arbeitsplatzgarantie“

Das Unternehmen äußerte sich zuversichtlich, dass es bis zu dem vom Gericht gesetzten Termin in zwei Wochen zu einer Einigung komme. “Wir sind optimistisch, dass das gelingen wird, wir sind bereit dazu“, erklärte Walther. Der Sprecher betonte, dass kein einziger Arbeitsplatz von Lufthansa ins Ausland verlagert worden und dies auch nicht vorgesehen sei. “Diese Befürchtung können wir den Piloten nehmen“, meinte er.

Zum einen seien die Arbeitsplätze bei der Lufthansa sicher, und zum anderen “sind wir auch gerne bereit, über eine tarifvertragliche Arbeitsplatzgarantie zu reden“, bestätigte Walther.

“Wir haben den Weg freigemacht“

Cockpit-Sprecher Alexander Gerhard-Madjidi sprach im Zusammenhang mit dem vom Frankfurter Arbeitsgericht vorgeschlagenen Vergleich von einem Nachgeben seiner Organisation: “Wir haben uns jetzt darauf verständigt, um überhaupt den Weg für Gespräche zu ebnen... Wir haben den Weg freigemacht“, erklärte er laut N24. “Und wir sind guter Dinge, dass wir zu guten Lösungen kommen“, wurde er weiter zitiert.

Lufthansa und die Vereinigung Cockpit (VC) hatten sich am Montagabend vor dem Arbeitsgericht Frankfurt am Main auf eine Aussetzung des um Mitternacht begonnenen Streiks und eine sofortige Rückkehr an den Verhandlungstisch geeinigt. Bis Ablauf des 8. März darf VC nicht mehr zu Streiks aufrufen. Die getroffenen Regelungen gelten auch für Germanwings und Lufthansa Cargo.

Beschränkung auf deutsches Tarifgebiet

Lufthansa und Cockpit einigten sich vor dem Arbeitsgericht, nachdem das Unternehmen und seine Frachttochter Lufthansa Cargo Anträge auf Einstweilige Verfügungen gegen den Ausstand gestellt hatten. Die Pilotengewerkschaft zog die strittigen Punkte mit Blick auf die LH Italia SpA zurück.

Damit wurde laut Lufthansa eine “Grundlage für konstruktive Gespräche am Verhandlungstisch geschaffen“, bei denen es um einen Manteltarifvertrag und einen Vergütungstarifvertrag im deutschen Tarifgebiet geht. Cockpit teilte mit, man habe sich bereiterklärt, “eine offenbar falsch verstandene Forderung zur variablen Vergütung aus dem Forderungskatalog zu nehmen“.

dapd

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