Lufthansa steigt bei US-Billigflieger JetBlue ein

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Frankfurt/New York (dpa) - Die Lufthansa will sich mit einer Beteiligung an der amerikanischen Billigfluggesellschaft JetBlue Airways ein größeres Stück am US-Markt sichern. Lufthansa- Finanzvorstand Stephan Gemkow sagte am Freitag in Frankfurt, die geplante Kooperation mit JetBlue berge ein enormes Potenzial. Beziffern wollte Gemkow die erwarteten "erheblichen" Ertragssynergien nicht.

Nach Angaben von Gemkow steigen bisher nur fünf Prozent der Lufthansa-Gäste am New Yorker Flughafen John F. Kennedy oder in Boston um. Bei den Mitbewerbern Delta und Continental Airlines seien es 55 Prozent, sagte Gemkow. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber betonte, die Fluggesellschaft interessiere sich zudem weiterhin für Zukäufe in Europa: "Unser Interesse an der Konsolidierung ist unverändert."

Die Lufthansa hatte am Vorabend angekündigt, für rund 300 Millionen US-Dollar (205 Mio Euro) 19 Prozent der JetBlue-Anteile zu übernehmen. Für jede der 42 Millionen neuen Aktien zahlt Lufthansa 7,27 Dollar. Der Einstieg findet im Zuge einer Kapitalerhöhung der US-Fluggesellschaft statt. Die Lufthansa nutzt damit als erste europäische Fluggesellschaft die Möglichkeit des zwischen den USA und der Europäischen Union geschlossenen "Open-Sky"-Abkommens, sich an US-Airlines zu beteiligen. Die Wettbewerbsbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen, die im ersten Quartal 2008 abgeschlossen werden soll.

JetBlue mit Hauptsitz in New York zählt zu den gehobenen Billigfliegern, die trotz aggressiver Preise einen gewissen Komfort anbieten. Die Gesellschaft fliegt neben New York vor allem von Boston und Orlando aus in den Rest der USA und in die Karibik. JetBlue bringt 525 tägliche Flüge zu 53 Zielen in die Kooperation ein. Im vergangenen Jahr beförderte die Airline 20 Millionen Passagiere. Die Lufthansa, die in den USA im Rahmen der Star Alliance bereits mit den Fluggesellschaften US Airways und United Airlines kooperiert, brachte es auf 53,4 Millionen Gäste. Die Bezeichnung "Billigflieger" für JetBlue wies Mayrhuber zurück: Die Airline biete ein Premiumprodukt.

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