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Lufthansa-Mitarbeiter demonstrieren im Terminal 1 des Flughafens von Frankfurt am Main.

Knapp 700 Flüge gestrichen

Lufthansa-Streik: Passagiere bleiben am Boden

München/Frankfurt - Geduldsprobe für alle Flugreisenden: Am Donnerstag streiken bis zum Mittag Lufthansa-Mitarbeiter an mehreren Flughäfen in Deutschland. Fast alle innereuropäischen Flüge fallen deshalb aus.

An mehreren deutschen Flughäfen hat der Verdi-Warnstreik bei der Lufthansa begonnen. Am frühen Donnerstagmorgen legten Beschäftigte der Airline in Frankfurt, München und Düsseldorf die Arbeit nieder, wie Sprecher der Gewerkschaft und von Lufthansa bestätigten. „Da der Streik vorher angekündigt war, konnten sich die Fluggäste zum Glück darauf einstellen. Lange Schlangen an den Schaltern bilden sich derzeit noch nicht“, sagte Verdi-Sprecher Gerold Schaub am Morgen in Frankfurt.

Auch an weiteren Flughäfen waren Warnstreiks geplant. Schwerpunkt der Aktionen sollte die größte Lufthansa-Basis in Frankfurt sein. Die Fluggesellschaft hatte bereits vorsorglich für diesen Donnerstag knapp 700 von insgesamt 1800 geplanten Verbindungen gestrichen. Betroffen sind nahezu alle Flüge in Deutschland und Europa. Der Interkontinentalverkehr sollte nach Möglichkeit aufrechterhalten werden, hieß es am Morgen bei Lufthansa.

Lufthansa: Warnstreik "völlig überflüssig und unverhältnismäßig"

In München wurden beispielsweise 240 Flüge gestrichen. Betroffen seien sowohl Starts als auch Landungen, sagte am Morgen ein Flughafensprecher. Die meisten Passagiere seien vorher informiert worden und gar nicht erst zum Flughafen gekommen. Von Mittag an sollen die Flüge ab München wieder nach Plan starten.

Einige Reisende hatten jedoch trotz aller Hinweise nichts von den Flugausfällen mitbekommen und mussten sich in die langen Schlangen an den wenigen geöffneten Schaltern in Hamburg und Frankfurt anstellen. Sie wurden von Service-Kräften unter anderem mit Getränken und Liegestühlen versorgt. Besser erging es der deutschen Fußball-Nationalmannschaft: Ihre Lufthansa-Sondermaschine hob am Vormittag planmäßig von Frankfurt zum WM-Qualifikationsspiel nach Kasachstan ab.

Der Lufthansa-Streik in Bildern

Der Lufthansa-Streik in Bildern

Lufthansa-Mitarbeiter stehen auf dem Flughafen von Frankfurt am Main mit Protestplakat vor den geschlossenen Check-In-Schaltern

Hintergrund sind die Tarifverhandlungen für rund 33.000 Lufthanseaten vor allem aus den Technik- und Serviceeinheiten. Verdi will vor der für Freitag geplanten zweiten Verhandlungsrunde den Druck erhöhen. Der Aufruf zum Ausstand sei von den Beschäftigten „breit angenommen“ worden. Schaub zeigte sich zuversichtlich, dass die Aktion „Wirkung zeigen wird“. Die Gewerkschaft verlangt 5,2 Prozent mehr Geld und Kündigungsschutz. Lufthansa hat hingegen von den Arbeitnehmern Nullrunden und längere Arbeitszeiten als Sparbeiträge gefordert. Ein Lufthansa-Sprecher bezeichnete den Warnstreik als „völlig überflüssig und unverhältnismäßig“.

Streik: Ihre Rechte als Passagier

Bei Streik: Ihre Rechte als Passagier

Janine Peltier von Verdi Hamburg sieht angesichts der unterschiedlichen Vorstellungen der Gewerkschaft und des Lufthansa-Konzerns derzeit kaum Chancen für eine schnelle Einigung. „Wir empfinden die Forderung vom Arbeitgeber auch als Provokation gegenüber der Gewerkschaft. Wenn wir jetzt nicht Stärke zeigen, dann wird das ganz, ganz schwierig, sich überhaupt zu einigen.“

Die Verhandlungsführerin Christine Behle sieht das ähnlich. Auch sie erwartet in der zweiten Verhandlungsrunde am Donnerstag keine Einigung. Sie verlangte von der Lufthansa die Rücknahme der Gegenforderungen. Voraussichtlich werde man zunächst über Möglichkeiten zur Beschäftigungssicherung sprechen und nicht über Entgelte.

Erstaunt zeigte sich die Gewerkschafterin über die Vielzahl der von Lufthansa gestrichenen Flüge. Die Gesellschaft hatte für den Vormittag nahezu den gesamten Europa- und Deutschlandverkehr gestrichen, so dass Hunderte Flüge ausfielen. „Ich bin selbst überrascht über das Ausmaß.“

dpa

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