+
In der "Mediation" sollten formelle Prozesse zur Lösung der verschiedenen Tarifprobleme verbindlich vereinbart werden. Foto: Frank Rumpenhorst

Lufthansa-Tarifkonflikt

Piloten drohen mit Streiks - Flugbegleiter wollen vermitteln

Frankfurt/Main - Die Tarifverhandlungen für die verschiedenen Berufsgruppen bei der Lufthansa stocken. Mit einer neuen Initiative will die Gewerkschaft der Flugbegleiter die Piloten von erneuten Streiks abhalten.

Im festgefahrenen Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und ihren Piloten haben überraschend die Flugbegleiter einen neuen Lösungsversuch gestartet. Ihre Gewerkschaft Ufo schlug am Montag dem Unternehmen und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) gemeinsame Vermittlungsgespräche vor. In dieser „Mediation“ sollten formelle Prozesse zur Lösung der verschiedenen Tarifprobleme verbindlich vereinbart werden, heißt es in dem in Frankfurt veröffentlichten Appell.

Ufo steckt selbst in schwierigen Tarifverhandlungen mit der Lufthansa und hat einer Teilschlichtung zu den Übergangs- und Betriebsrenten zugestimmt. Wegen des eskalierten Pilotenstreiks könne man sich allerdings nicht mehr vorstellen, für die Kabinen-Themen unabhängige Lösungen mit der Lufthansa vereinbaren zu können, heißt es in dem Schreiben.

Die Ufo-Kritik richtet sich gegen Unternehmen und VC gleichermaßen. „Hier wurden alle Mitarbeiter der Lufthansa in Geiselhaft genommen, nicht nur von einer Seite!“ Ufo fürchtet zudem um Arbeitsplätze im Inland. Das Unternehmen könne wegen des fortgesetzten Pilotenstreiks unternehmerische Entscheidungen treffen, die alle Lufthanseaten treffen. Ein VC-Sprecher erneuerte am Montag die Streikdrohung der Piloten auch über die Osterfeiertage. „Wir können leider keine Zeiträume ausschließen.“

Die zerstrittenen Verhandlungspartner VC und Lufthansa reagierten zurückhaltend auf den Ufo-Vorschlag. Man werde das prüfen, hieß es von beiden Seiten. Unklar blieb allerdings, wo insbesondere für die VC die Vorteile liegen sollten, sich einen dritten Partner und einen Mediator mit an den Verhandlungstisch zu holen.

Gar nicht erst mit einbezogen wurde die dritte Lufthansa-Gewerkschaft Verdi, die an diesem Montag in Frankfurt die Verhandlungen für rund 33 000 Boden-Mitarbeiter aufgenommen hat. Sie verlangt 5,5 Prozent mehr Geld und ist nicht bereit, in dieser Runde gleich noch über die Betriebsrenten zu verhandeln, die Lufthansa auch in diesem Bereich kürzen will. Die Frage der Altersversorgung dürfe man nicht über das Knie brechen, sagte eine Verdi-Sprecherin und verlangte zu dem Thema gesonderte Gespräche.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Starkes Wachstum dürfte Daimler weiter gute Zahlen bescheren
Stuttgart (dpa) - Nach den weitreichenden Zukunfts-Entscheidungen der vergangenen Wochen richtet sich der Blick beim Autobauer Daimler nun erst einmal wieder auf das …
Starkes Wachstum dürfte Daimler weiter gute Zahlen bescheren
Bieterfrist für Air-Berlin-Technik endet
Berlin (dpa) - Der Verkaufspoker um die insolvente Air Berlin tritt heute in eine neue Phase. Für die Techniktochter mit 900 Beschäftigten endet die Bieterfrist. Bislang …
Bieterfrist für Air-Berlin-Technik endet
Dax schließt unter 13 000 Punkten
Frankfurt/Main (dpa) - Die Rekordfahrt am deutschen Aktienmarkt ist am Donnerstag ausgebremst worden. Händler nannten als Grund vor allem Gewinnmitnahmen, nachdem die …
Dax schließt unter 13 000 Punkten
Preise für Nordsee-Krabben fallen
Ein Krabbenbrötchen für zehn Euro? Die Zeiten sollten erst einmal vorbei sein. Seit dem Herbsttief "Sebastian" Mitte September sind die Nordsee-Krabben wieder da. Und …
Preise für Nordsee-Krabben fallen

Kommentare