Lufthansa will freiwilligen Ticketaufpreis für Klimaschutz

- Frankfurt/Hamburg - Auch Deutschlands Fluggesellschaften machen sich zunehmend Gedanken über den Klimaschutz: Die Lufthansa etwa erwägt einen freiwilligen Aufpreis auf ihre Flugtickets zu Gunsten von Klimaschutzprojekten.

Dagegen hält der Konkurrent Air Berlin den Handel mit Luftverschmutzungsrechten, so genannten CO2-Zertifikaten, für zielführender. "Wir sind derzeit auf der Suche nach seriösen Partnern. Unser Ziel ist, solche Flugtickets auf allen unseren Flügen anzubieten", sagte Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow, der dpa. Jachnow bestätigte damit einen Vorabbericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". "Die erwarteten Mehreinnahmen werden direkt in Klimaschutzprojekte geleitet", sagte der Lufthansa-Sprecher. Die Höhe der Summe sei zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht abschätzbar.

Die Zuschläge auf Flugtickets sollen nach der jeweiligen Menge des Klimakillers Kohlendioxid (CO2) berechnet werden, der pro Flugstrecke ausgestoßen wird. Nach "Spiegel"-Berechnungen würde somit beispielsweise ein Flug von Frankfurt/Main nach New York und zurück 68 Euro mehr kosten. Diese Zahl wolle Jachnow nicht kommentieren. Die Lufthansa beförderte im vergangenen Jahr 53 Millionen Passagiere.

Dagegen will Air Berlin keine Klimaschutzabgabe für Passagiere einführen. "Wir springen nicht auf jeden Zug auf. Es macht nur das Sinn, was wirklich der Umwelt nützt", sagte Air-Berlin-Sprecher Peter Hauptvogel dem "Tagesspiegel". Hauptvogel verwies auf die Position des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften (BDF), der sich für einen internationalen Emissionshandel ausspricht.

Der Handel mit CO2-Zertifikaten gilt als Weg, um mit möglichst geringen Kosten den Ausstoß (Emission) klimaschädlicher Substanzen zu verringern. Unternehmen, die vergleichsweise sauber produzieren, können Zertifikate verkaufen. Wer stärker verschmutzt, muss zukaufen.

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