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Verfassungsschutz-Präsident Maaßen will den Wirtschaftsschutz in Deutschland voranbringen. Foto: Tim Brakemeier/Archiv

Maaßen: Mehr Wirtschaftsschutz nötig

Wirtschaftsspionage richtet jährlich Milliarden-Schäden an. Vor allem viele Mittelständler sind nicht ausreichend dagegen gewappnet. Deshalb wollen Staat und Wirtschaft ihre Kräfte jetzt für einen besseren Schutz bündeln.

München (dpa) - Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen hat vor wachsenden Gefahren durch Wirtschaftsspionage im Auftrag ausländischer Nachrichtendienste gewarnt.

Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen müssten weiter für solche Risiken sensibilisiert werden und Sicherheit möglichst zur Chefsache machen, sagte Maaßen auf der Jahresmitgliederversammlung des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW) in München.

Der Verfassungsschutz könne hier als Dienstleister fungieren, auch branchenspezifische Erkenntnisse über Bedrohungen oder konkrete Angriffe weitergeben und gegebenenfalls andere Firmen warnen, sagte Maaßen. Dafür sei es aber auch wichtig, dass die Unternehmen sich an die Behörden wenden und nicht aus Scham oder Sorge um ihren Ruf versuchen, solche Angriffe zu verheimlichen. "Wir sehen das nicht als Informations-Einbahnstraße sondern als Autobahn, auf der in beide Richtungen Informationen fließen."

Gemeinsam wollen der Verfassungsschutz und der BDSW den Wirtschaftsschutz in Deutschland voranbringen. Dazu wurde bei der Veranstaltung eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Eine ähnliche Kooperation hatte der Verfassungsschutz bereits im vergangenen Jahr mit dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau auf den Weg gebracht. 

Die Schätzungen zu Schäden durch Wirtschaftsspionage in Deutschland schwanken stark, fest stehe aber, dass sie "gewaltig" seien, sagte Maaßen. Vor allem Cyber-Angriffe seien derzeit in aller Munde, dabei liege der Schwerpunkt noch immer bei Bedrohungen aus der realen Welt - durch illoyale oder frustrierte Mitarbeiter beispielsweise, die ihrem Arbeitgeber schaden wollen, durch eingeschleuste Gastwissenschaftler oder durch unvorsichtiges Verhalten, etwa auf Dienstreisen. 

Wer beispielsweise nach China reise und sein Unternehmen als potenzielles Ziel ausländischer Nachrichtendienste sehe, sollte auf die Mitnahme seines persönlichen Smartphones mit wichtigen Kontaktdaten verzichten und stattdessen lieber auf ein Einweg-Gerät zurückgreifen. Auch empfahl Maaßen, bei E-Mail-Kommunikation vor Ort vorsichtshalber nur Belanglosigkeiten auszutauschen. Gerade chinesische, aber auch russische Nachrichtendienste hätten den gesetzlichen Auftrag, ihrer jeweils einheimischen Wirtschaft Vorteile zu verschaffen und beschäftigten große Mitarbeiterstäbe.

Bei den Attacken gehe es nicht nur darum, an technisches Know-How, also die "Kronjuwelen" der Firmen zu kommen, sondern teils auch darum, in Datenbanken einzudringen, Sabotage zu betreiben oder unliebsame Konkurrenten durch Kommentare im Netz in Misskredit zu bringen, sagte Maaßen.

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