Mehr Netto

So machen Sie mehr aus dem Gehalt

Teure Krankenversicherung und kalte Steuerprogression verhindern, dass vom Bruttogehalt mehr übrig bleibt. Dabei lässt sich eine Menge Geld herausholen, wenn man die gesetzlichen Spielräume nutzt.

Wer kennt das nicht? Jede Einkommenssteigerung wird von der kalten Progression aufgezehrt. Immer mehr Steuerpflichtige „wachsen“ durch Lohnerhöhungen in einen höheren Steuersatz hinein, sodass beträchtliche Teile des Mehrverdienstes vom Fiskus kassiert werden. Arbeitnehmer sollten alle Möglichkeiten nutzen, mehr netto vom brutto herauszubekommen.

Arbeitnehmerrabatt

Eine einfache Variante, Lohnsteuer zu sparen, sind Firmenrabatte. In der Autoindustrie oder in Warenhäusern sind Belegschaftsrabatte durchaus üblich. Bis zu einer Höhe von 1080 Euro pro Jahr ist diese Vergünstigung sogar steuerfrei. Personalrabatte sind für jeden Arbeiter und Angestellten möglich, selbst dann, wenn nur ein einziger Tag im Jahr gearbeitet wurde. Der Rabattfreibetrag ist nämlich ein Jahresbetrag. Der Arbeitnehmerrabatt wird als Teil des Gehalts vereinbart. Zusätzlich zu den steuerfreien 1080 Euro erlaubt das Finanzamt noch einen Vorwegabzug vom Listenpreis der Ware von vier Prozent.

Warengutschein

Solche Gutscheine sind als Sachbezüge bis 44 Euro pro Monat zulässig, die frei von Steuern und Sozialabgaben bleiben. Es darf neben der abzugebenden Ware kein Betrag stehen. Deshalb dort nur die Waren und die entsprechende Menge angeben (z. B. Benzin).

Kindergarten

Wer seinen Chef überzeugen kann, die Kosten für Kindergarten oder Hort zu übernehmen, kann sparen. Für nachgewiesene Betreuungskosten brauchen Arbeitnehmer keine Steuern zu entrichten und der Arbeitgeber spart sich für diesen Lohnbestandteil die Sozialabgaben. Die Firma kann die Ausgaben gewinnmindernd von der Steuer absetzen. Gefördert wird auch die private Aufsicht bei Tagesmüttern oder in Ganztagspflegestellen. Das Kind darf nicht älter als sechs Jahre sein.

Essenszuschuss

Viele Unternehmen verfügen über keine Kantine. Sie können ihren Mitarbeitern einen „Sachwertbezug“ gewähren. Er beträgt seit 1. Januar steuerbegünstigte 5,83 Euro, der Arbeitgeber zahlt nur pauschale Abgaben. Enthalten müssen dabei 2,73 Euro Eigenbeitrag des Arbeitnehmers sein. Auch anstehende Gehaltserhöhungen können in Form von Restaurantschecks gewährt werden.

Fahrtkosten

Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsort kann der Chef je Kilometer mit 0,30 Euro bezuschussen. Maximal 4500 Euro Zuschuss pro Jahr sind erlaubt, dann braucht der Arbeitgeber die Zulage nur mit 15 Prozent pauschal zu versteuern, Sozialabgaben entfallen.

Telefon und Internet

Wem das Buchführen wegen ein paar dienstlicher Telefonate zu mühselig ist, der kann pauschal abrechnen. Der Chef erstattet 20 Prozent der Gebühren, höchstens jedoch 30 Euro pro Monat. Ein Nachweis der tatsächlichen Kosten ist nicht erforderlich. Ein Diensthandy oder einen Dienst-Laptop darf ein Mitarbeiter auch privat nutzen. Nutzt er sein privates Mobiltelefon beruflich, kann der Arbeitgeber eine Bescheinigung über die beruflich notwendige Nutzung des Privathandys ausstellen. Damit kann man bis zu 30 Euro in der Steuererklärung ansetzen.

Ohne Probleme erkennen die Finanzämter auch bis zu 50 Euro im Monat an Internetzuschuss an, vorausgesetzt, es handelt sich um einen privaten Anschluss. In der Praxis darf der Zuschuss aber nicht höher liegen als die tatsächlich anfallenden Kosten. Vorteile: Für den Mitarbeiter ist das Gehaltsextra abgabenfrei, der Arbeitgeber fordert lediglich pauschal 25 Prozent Lohnsteuer.

Umzug

Ist ein Umzug beruflich bedingt, kann der neue Chef einen Zuschuss für Aufwendungen gewähren, die Sie sonst als Werbungskosten geltend machen können. Möbeltransport, Reisekosten zum neuen Wohnort, Restmietzahlung für die alte Wohnung, Maklergebühren, Renovierungskosten, Kosten für den eventuellen Nachhilfeunterricht der Kinder. Es besteht die Möglichkeit einer Kostenpauschale. In diesem Fall kann er bei Ledigen 561 Euro, Eheleuten 1122 Euro betragen. Für jede weitere Person, die mit ins neue Heim zieht, sind weitere 247 Euro zulässig. Der Arbeitgeber setzt die Ausgaben steuerlich ein.

Teil 2 über Direktversicherungen folgt

Mehr Informationen

unter der Fax-Abrufnummer: 0 90 01/25 26 65 54 40 (1 Minute = 62 Cent, 6 Seiten) bis 13. Februar.

Info per Post: Senden Sie einen mit 90 Cent frankierten Rückumschlag plus 1,45 Euro in Briefmarken unter dem Stichwort „Gehalt optimieren“ an: Versandservice Lerchenstraße 8, 86938 Schondorf.

Von Markus Preu

Rubriklistenbild: © dpa

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