EU macht Dampf: Programm für Arbeit

- München - Wirtschaftsexperten sehen positive Signale für die Entwicklung der europäischen Wirtschaft. Die langsam erstarkenden Betriebe können nun auf einen neuen Impuls hoffen. Die EU kündigte eine massive Wachstumsinitiative an. Hauptziel: die Schaffung von Arbeitsplätzen. Das Programm sei eine "echte Kulturrevolution", hieß es.

<P class=MsoNormal>Der Industriekommissar Günter Verheugen hat die Wachstumsinitiative der Europäischen Union angekündigt. Der deutsche EU-Kommissar sagte dem "Focus", er wolle im Januar ein Aktionsprogramm für mehr Wachstum vorlegen, in dem sich erstmals alle 25 EU-Kommissare einem einzigen Ziel unterordnen müssten: der Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze. "Wir werden die bisherige Strategie mit 15 Oberzielen, 120 Unterzielen und 130 Indikatoren radikal entrümpeln", erklärte Verheugen. Das neue EU-Programm sieht nach seinen Worten zusätzliche Jobmöglichkeiten vor allem im Dienstleistungs-, Freizeit- und Bildungssektor vor.</P><P class=MsoNormal>Der als Vizepräsident der EU-Kommission vor allem für Industrie zuständige Sozialdemokrat kündigte außerdem an, er werde zur Stärkung der europäischen Autoindustrie eine mit Spitzenpolitikern und Vorstandsmitgliedern von Konzernen besetzte Expertengruppe einberufen. Das Gremium soll im nächsten Jahr eine Wettbewerbsstrategie erarbeiten.</P><P class=MsoNormal>Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht die Konjunkturentwicklung in Europa trotz des steigenden Euro und des teuren Öls optimistisch. Der "Welt am Sonntag" sagte der Chefvolkswirt der EZB, Ottmar Issing: "Wir rechnen damit, dass die Wirtschaft im kommenden Jahr zwischen 1,4 und 2,4 Prozent wächst und sich die Inflationsrate allmählich wieder in einem Bereich bewegt, der mit Preisstabilität vereinbar ist."</P><P class=MsoNormal>Bislang gebe es keine Anzeichen dafür, dass es durch den hohen Ölpreis zu Zweitrundeneffekten komme und Gewerkschaften höhere Löhne forderten. Issing: "Das ist eine im gesamtwirtschaftlichen Interesse begrüßenswerte Entwicklung."</P><P class=MsoNormal>Für Deutschland erwartet der Chefvolkswirt der Münchner Allianz-Gruppe, Michael Heise, im nächsten Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent. Die Konjunktur werde schwach ins neue Jahr starten, sagte Heise der "Bild am Sonntag". "Im zweiten Halbjahr rechne ich aber mit einer Erholung." Unterm Strich seien 1,4 Prozent Wachstum drin.</P><P class=MsoNormal>Mehrere große deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute hatten kürzlich ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr gesenkt. Sie erwarten nun ein Wachstum zwischen 0,8 Prozent und 1,3 Prozent. In ihrem Herbstgutachten hatten die sechs führenden Institute noch ein Plus von 1,5 Prozent vorhergesagt. Die Bundesregierung geht weiter von 1,7 Prozent Wirtschaftswachstum aus.</P><P class=MsoNormal>In den Unternehmen selbst keimt Zuversicht. Nach einer Umfrage der "Welt am Sonntag" erwarteten die meisten der befragten Wirtschaftszweige für das Jahr 2005 eine - wenn auch meist schwächere - Fortsetzung des Wachstums aus diesem Jahr. Geradezu euphorisch äußerte sich Willi Berchthold, Präsident des Telekommunikations-Verbandes Bitkom, über die erwartete Entwicklung: "Die Jahre des Stillstands sind vorbei." Berchthold sieht seine Branche als "Zugpferd der Gesamtkonjunktur". Der deutsche Mittelstand sieht ebenfalls einen leichten Aufwärtstrend, hat der Bundesverband der Selbständigen ermittelt.</P>

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