HVB macht nach hohen Verlusten wieder Gewinn

- München - Nach einem Jahr mit Verlusten ist die HypoVereinsbank durch den Verkauf der Norisbank und operative Fortschritte in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Im dritten Quartal erzielte das Kreditinstitut ein Nachsteuer-Ergebnis von 294 Millionen Euro nach einem vergleichbaren Verlust von 206 Millionen Euro im Quartal zuvor. "Wir kommen gut voran, wissen aber, dass wir noch ein gutes Stück Weg vor uns haben", sagte HVB-Chef Dieter Rampl in München.

<P>Der radikale Konzernumbau trage aber zunehmend Früchte. Das Betriebsergebnis betrug im dritten Quartal 623 Millionen Euro. Auch ohne Berücksichtigung des Norisbank-Verkaufs stieg es im Quartalsvergleich um 76 Prozent auf 344 Millionen Euro. Im kommenden Jahr will die HypoVereinsbank ihre Erträge steigern und die Risikovorsorge für problematische Kredite weiter zurückfahren.</P><P>Nach dem ersten Verlust in der Konzerngeschichte im vergangenen Jahr will Rampl die HypoVereinsbank komplett neu aufstellen. Vor einigen Wochen spaltete das Kreditinstitut sein Geschäft mit Gewerbeimmobilien komplett ab und brachte die neue Hypo Real Estate an die Börse. Zudem wurden unter anderem die Norisbank und Anteile an der Bank Austria verkauft. Mit dem guten dritten Quartal kommt die neue HVB nun in den ersten neun Monaten auf ein positives Nachsteuer- Ergebnis von 99 Millionen Euro nach einem vergleichbaren Vorjahresverlust von 638 Millionen Euro. Ohne den Erlös aus dem Verkauf der Norisbank von 279 Millionen Euro wäre dieses Ergebnis somit noch deutlich negativ gewesen.</P><P>Die meisten Ziele für das Gesamtjahr bekräftigte Rampl. "Wir liefern, was wir versprochen haben." Bei der Stärkung ihrer dünnen Kapitaldecke kommt die Bank schrittweise voran. Die Kernkapitalquote wird nach Angaben von Finanzchef Wolfgang Sprissler bis Jahresende voraussichtlich auf 6,7 bis 6,8 Prozent steigen. Als Ziel hatte Rampl ursprünglich rund 7 Prozent ausgegeben. Zuletzt lag die wichtige Kennziffer bei 6,2 Prozent, zum Jahresanfang waren es 5,1 Prozent.</P><P>Die Risikovorsorge soll in diesem Jahr bei etwa 2,3 bis 2,6 Milliarden Euro liegen. Auch 2004 wird sie wegen der Pleitewelle und der schwachen Konjunktur hoch bleiben. Er rechne mit etwa 2 Milliarden Euro, sagte Sprissler. Dies sei immer noch kein befriedigender Wert.</P>

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