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Siemens prüft eine geplante Zusammenarbeit mit dem russischen Atomkonzern Rosatom.

Macht Siemens weiter mit Atomkraft-Projekten?

München - Nach der Atomkatastrophe in Japan wird in Deutschland der Atomausstieg diskutiert. Was bedeutet das für ein Unternehmen wie Siemens? Verzichten auch die Münchner künftig auf Atomkraft-Projekte?

Siemens prüft nach dem kostspieligen Ende der Atompartnerschaft mit Areva weiter die geplante Zusammenarbeit mit dem russischen Atomkonzern Rosatom. Die Partner nehmen sich die Zeit, das angestrebte gemeinsame Projekt zu analysieren, wie ein Siemens-Sprecher am Montag sagte. Allerdings hat sich der Elektrokonzern nach Informationen des Handelsblattes auch angesichts der Atomkatastrophe in Japan bereits für den Ausstieg aus dem Kernkraftgeschäft entschieden. Solche Spekulationen werde Siemens nicht kommentieren, sagte der Sprecher.

Siemens hatte vor zwei Jahren eine Absichtserklärung für ein gemeinsames Unternehmen mit den Russen unterschrieben. Beide Seiten hatten damals großes Hoffnungen auf das Projekt gesetzt. “Unser gemeinsames Ziel ist es, weltweit Marktführer im Kernenergiegeschäft zu werden“, hatte Löscher nach seiner Unterschrift unter die Absichtserklärung gesagt. Dem Handelsblatt zufolge tut sich der Konzern schwer damit, die Kooperation zu den Akten zu legen, denn Russland ist für Siemens ein wichtiger Milliardenmarkt. Die Münchner liefern etwa Züge, Transformatoren und Gaskraftwerke.

Die Umsetzung der Atompläne mit Rosatom scheiterte bisher am Streit mit dem französischen Atomkonzern Areva, mit dem Siemens ein gemeinsame Nuklearunternehmen hatte. Doch vergangene Woche beendete ein Schiedsgericht die Auseinandersetzung. Siemens muss 648 Millionen Euro an Areva zahlen und darf den Franzosen bis September 2013 bei der Kerntechnik keine Konkurrenz machen. Das ist zwar deutlich kürzer als die zunächst in den Verträgen vereinbarte achtjährige Frist, könnte das Projekt mit Rosatom aber ebenfalls gefährden.

Grundlegender dürfte allerdings die Atomkatastrophe in Japan die Lage verändert haben. Man werde das Urteil des Schiedsgerichts zusammen mit den Partnern in Russland genau anschauen, sagte der Siemens-Sprecher. Überhaupt werde das Thema “unter Berücksichtigung von Japan und des weltweiten Marktumfelds“ analysiert. Dabei müssten auch gesellschaftliche und politische Aspekte berücksichtigt werden. Die Katastrophe in Fukushima sei ein Anlass für eine Bestandsaufnahme, hatte auch Finanzvorstand Joe Kaeser jüngst gesagt. Die steht nun an.

dpa

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