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Die EZB um Jean- Claude Trichet soll Italien Sparmaßnahmen nahe gelegt haben - in einem geheimen Schreiben

EZB machte Italiens Regierung Sparvorgaben

Düsseldorf - Die Europäische Zentralbank soll der italienischen Regierung in einem Schreiben zu Sparmaßnahmen aufgefordert haben. Es wurden alle Defizite Italiens aufgedeckt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die italienische Regierung einem Medienbericht zufolge in einem geheimen Schreiben eindringlich zu verstärkten Sparmaßnahmen aufgefordert. Darin hätten EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und dessen designierter Nachfolger Mario Draghi das Mitte Juli beschlossene Sparpaket Roms zwar als wichtigen Schritt gewürdigt, sich jedoch “angesichts der ernsten Lage an den Finanzmärkten“ noch unzufrieden gezeigt, berichtete das “Handelsblatt“ am Freitag in seiner Online-Ausgabe. Das Blatt berief sich auf die italienische Zeitung “Corriere della Sera“, die das Schreiben vom 5. August am selben Tag auf ihrer Internetseite veröffentlichte.

Darin wird gefordert, dass die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi dringend das Wachstum ankurbeln, den Wettbewerb stärken und den Arbeitsmarkt liberalisieren müsse. Angemahnt wurden zudem Maßnahmen zur Defizitbekämpfung, eine Rentenreform und ein ausgeglichener Haushalt bereits im Jahr 2013.

Laut “Corriere della Sera“ blieb das Spardiktat nicht ohne Wirkung: So verabschiedete die Regierung in Rom nur wenige Tage nach Erhalt des Schreibens ein neues Sparpaket, das bereits 2013 einen ausgeglichenen Haushalt vorsieht. Darauf habe die EZB wiederum mit dem erstmaligen Aufkauf italienischer Staatsanleihen reagiert, berichtete das Blatt.

dapd

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