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Made in Bayern: Neues Geschäftsflugzeug besteht Flugtests

- Mindelheim - Es war einmal, da wurde der Markt kleiner einmotoriger Geschäftsflugzeuge mit Propeller von Herstellern aus den USA beherrscht. Heute teilen sich die Schweizer Pilatus PL 12 und die französische Socata TBM 700 dieses Revier weitgehend. Nun bekommen sie ernsthafte Konkurrenz aus Bayern.

<P>Mit der Ranger G 160 dringt der Flugzeughersteller Grob in Mattsies bei Mindelheim, der 1971 als Ableger des gleichnamigen Werkzeugmaschinenbauers mit dem Bau von Segelflugzeugen begann, in dieses Segment vor: Sieben Sitze, 850 PS Turboprop-Motor, 500 Stundenkilometer Tempo und eine Reichweite von mindestens 3300 Kilometern sind einige der Daten des neuen Flugzeugs. Vor allem aber weist der Hersteller auf den Kabinendurchmesser von 158 Zentimetern hin, 10 Zentimeter mehr als bei vergleichbaren Flugzeugen - ein Gewinn an Komfort.<BR><BR>Die engen Konkurrenten, zum Großteil Business-Jets aus den USA sind dafür mit 760 km/h Reisegeschwindigkeit erheblich schneller - ein Vorteil, der, wie Grob-Geschäftsführer Andreas Strohmayer gegenüber unserer Zeitung sagte, in der Praxis keine so große Rolle spielt. Im Bereich bis rund 1000 Kilometern lassen Start, Steigflug, Sinkflug und Landung den Zeitvorteil schrumpfen. Erst bei erheblich längeren Distanzen wird, so Strohmayer, daraus ein spürbarer Vorteil.<BR><BR>Dafür kommt ein Turboprop leichter in die Luft. Die kurze Start- und Landestrecke lobte Testpilot Ulrich Schell bereits nach dem Erstflug am 29. März, aber auch die "rasante Beschleunigung und beeindruckende Steigleistung." Bereits neun Flüge hat das Flugzeug hinter sich und - wie Strohmayer bestätigt - die Erwartungen übertroffen. <BR><BR>Am 10. Mai mit Beginn der Internationalen Luftfahrt-Ausstellung in Berlin soll auch der Verkauf starten. Der Produktionsbeginn ist fürs zweite Quartal 2005 geplant. <BR><BR>War ursprünglich daran gedacht, das Flugzeug unter zwei Millionen Euro zu verkaufen, ist Grob mittlerweile davon abgerückt. Man will die Konkurrenten Socata und Pilatus, die rund 2,7 Millionen Dollar (derzeit 2,25 Mio. Euro) kosten, nur leicht unterbieten. 15 bis 40 Flugzeuge will Grob bauen, damit wäre man, so Strohmayer, "sehr zufrieden".<BR><BR>Die Abhängigkeit vom Dollar-Kurs wird ein wenig gemildert, weil Grob die Turbine bei Pratt & Whitney und die Instrumente bei Honeywell in den USA geordert hat.<BR><BR>Sonst gibt es keine Auftragsarbeiten. Auch Billigproduktion im Osten passe, so Strohmayer, nicht zu Grob. Dafür wird der Hersteller, der derzeit rund 80 Menschen beschäftigt, mit der Produktion seine Mitarbeiterzahl in Mindelheim deutlich erhöhen.<BR><BR></P>

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