Bio "made in China" - Angst vor Billig-Öko

Kontrollen unsicher: - Schanghai - Bioprodukte in Deutschlands Supermärkten könnten in Zukunft vermehrt auch aus China kommen. Dabei wächst die Sorge, dass "bio" nicht gleich "bio" ist und die Produkte aus dem Reich der Mitte weniger strengen Kontrollen unterliegen. In Schanghai feierte der Ableger der Nürnberger Biofach-Messe Premiere. Denn China will groß in das Geschäft mit dem Öko-Anbau einsteigen.

Noch macht in China das Biogemüse nur einen Bruchteil der Lebensmittel aus. Guo Chunmin vom China Organic Food Certification Center (COFCC) schätzt, dass nur rund 0,2 Prozent der Agrarprodukte in China "bio" sind. "Der Markt steckt noch in den Kinderschuhen", ließ die Nürnberger Messe verlauten, nicht ohne auf das "enorme Potenzial" hinzuweisen.

Die Volksrepublik hat große Pläne und dabei vor allem den Export im Sinn.

In den kommenden acht bis zehn Jahren solle nach Regierungsvorgaben der Anteil der Bioprodukte auf zwei Prozent steigen, sagt Guo Chunmin vom COFCC.

In Europa wachsen die Bedenken. "Made in China" steht hierzulande für minderwertige Billigware. "Wichtig ist natürlich, ob in gleicher Weise die Standards eingehalten werden", sagt Thomas Dosch, Präsident von Bioland. Denn in China, als Fälscherparadies gescholten, wird sogar Biogemüse nachgemacht. In China gibt es allein 430 Institutionen, die Zertifikate für Bioprodukte erteilen dürften, ergänzt Guo.

Dosch gibt zu Bedenken, ob der "Bio"-Anspruch überhaupt noch gegeben ist, wenn die Ware unter hohem Energieaufwand einmal um die halbe Welt geschickt wird.

 Till Fähnders

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