"Made in Germany" bürgt für Qualität

- Die Bundesregierung will sich Plänen der EU-Kommission widersetzen, die die Herkunftsbezeichnung "Made in Germany" in Frage stellen könnten. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) zog auch den Sinn eines Nebeneinanders des Qualitätssiegels mit einer etwaigen neuen EU-Herkunftsbezeichnung in Zweifel. Derweil stellte die EU-Kommission klar, dass nationale Gütesiegel wie "Made in Germany" nicht generell abgeschafft werden sollen. Der Behörde sei lediglich von mehreren Seiten, darunter der italienischen Regierung, der Vorschlag unterbreitet worden, die Herkunftsbezeichnung "Made in the EU" einzuführen.

Das Gütesiegel "Made in Germany" wird in Frage gestellt. Welche Auffassung hat die Bundesregierung dazu?<BR><BR>Zypries: ",Made in Germany' muss bleiben. In der ganzen Welt verbinden Verbraucherinnen und Verbraucher mit diesem Label einen hohen Qualitätsstandard. An diesem Gütesiegel wollen wir im Interesse der Verbraucher und der deutschen Industrie festhalten."<BR><BR>Wäre ein Nebeneinander von "Made in the European Union" und "Made in Germany" ein denkbarer Weg, so wie es wohl in der Kommission angedacht wird?<BR><BR>Zypries: "Ein Nebeneinander von ,Made in Germany' und ,Made in EU' wäre technisch wohl möglich. Eine andere Frage ist, ob das sinnvoll wäre. Wahrscheinlich würde es bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern eher Verwirrung stiften, als ihnen dabei zu helfen, sich auf dem Markt zu orientieren."<BR><BR>Was würde die Einführung aus Sicht von "Made in the European Union" für Vor- und vor allem Nachteile für die Produzenten und Verbraucher bringen?<BR><BR>Zypries: "Die Einführung eines EU-Identitäts-stiftenden Labels hätte meiner Auffassung nach keine unmittelbaren Vorteile für Produzenten und Verbraucher. Nachteile sehe ich in einem erhöhten Verwaltungsaufwand, der mit der Verwendung von ,Made in EU' verbunden wäre. Damit werden die Produkte teurer. Hinzu kommt, dass die genaue Herkunft aus einem bestimmten Mitgliedstaat der EU durch die Bezeichnung ,Made in EU' verschleiert wird. <BR>

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