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Die Zentrale der Bank JPMorgan Chase & Co. in New York.

Für Milliardensumme

Madoff-Affäre: JPMorgan Chase kauft sich frei

New York - JPMorgan Chase, die größte Bank der USA, kauft sich für eine Milliardensumme in der Madoff-Affäre frei. Die Gelder fließen über Behörden an die Opfer. Doch auch andere bekommen etwas ab.

Die Hausbank des Milliardenbetrügers Bernard Madoff, JPMorgan Chase, zahlt zur Vermeidung langwieriger Gerichtsverfahren fast 2,6 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 1,9 Milliarden Euro. Der Großteil geht an die US-Behörden, die damit Opfer des größten Börsenbetrugs der Geschichte entschädigen, wie die New Yorker Staatsanwaltschaft mitteilte. Ein Teil ist auch für den Insolvenzverwalter der Gesellschaft Madoffs bestimmt.

Madoff hatte über Jahre hinweg mit Hilfe eines komplexen Systems tausende Anleger um geschätzt bis zu 65 Milliarden Dollar geprellt. Im Jahr 2009 wurde der heute 75-Jährige zu 150 Jahren Haft verurteilt. Im Prozess hatte er gestanden, die ihm anvertrauten Summen nie angelegt zu haben. Zu seinen Opfern zählten Banken, Privatleute und Wohltätigkeitsorganisationen. Madoff war rund zwei Jahrzehnte lang Kunde von JPMorgan.

Opfer sollen mit 1,7 Milliarden Dollar entschädigt werden

Die größte Bank der USA verpflichtete sich nun, 1,7 Milliarden Dollar an mehrere Behörden und Regierungsstellen zu zahlen, die damit Entschädigungen an Madoffs Opfer leisten sollen. JPMorgan Chase zahlt zudem eine Strafe von 350 Millionen Dollar an die Bankenaufsichtsbehörde OCC.

543 Millionen Dollar gehen an den Madoff-Insolvenzverwalter Irving Picard, der rund 17,5 Milliarden Dollar an verlorenen Kundengeldern wiederbeschaffen will. Mit den Geldern von JPMorgan hat dieser nach eigenen Angaben davon bisher rund 9,8 Milliarden Dollar zusammenbekommen.

JPMorgan Chase will Regeln gegen Geldwäsche verschärfen

JPMorgan Chase verpflichtete sich zudem dazu, ihre Regeln gegen die Geldwäsche zu verschärfen, wie am Dienstag der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara mitteilte. Demnach lassen die Behörden ihre straf- und zivilrechtlichen Anklagen gegen die Bank fallen - allerdings erst, nachdem diese zwei Jahre lang bewiesen habe, dass sie sich an die Auflagen halte. Angeklagt war die Bank wegen Beihilfe zum Betrug, weil sie wissentlich die Alarmzeichen missachtete, die auf Madoffs illegales System hinwiesen.

Mit den jetzt vereinbarten 2,6 Milliarden Dollar zahlt JPMorgan Chase rund 20 Milliarden Dollar Strafen zur Vermeidung diverser Gerichtsverfahren - etwa wegen der Geschäftspraktiken im Zusammenhang mit dem Kollaps des US-Immobilienmarktes. Die Aktie von JPMorgan verlor am Dienstag rund 1,2 Prozent, während die meisten anderen Werte im Dow Jones Industrial Average zulegten.

AFP

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