Märkte zittern, Bayerns Banken beruhigen

New York/ München - Die amerikanische Immobilien-, Bau- und Hypothekenmarkt-Krise ufert weltweit aus. Banken in aller Welt sind betroffen. Doch die großen bayerischen Institute fürchten kaum Auswirkungen.

Es sind nicht nur Millionen amerikanischer Hausbesitzer von rasant fallenden Immobilienpreisen und ebenso rasch steigenden Zinsen für sogenannte Subprime-Hypotheken betroffen, das heißt von riskanten Krediten an bonitätsschwache Amerikaner.

Inzwischen leiden auch institutionelle Investoren wie Banken, Hedge-Fonds, Finanzinvestoren und ganz normale Anleger in aller Welt.

Die Aktien vieler Investmentbanken, Banken und anderer Finanzdienstleister sind wegen der schwer überschaubaren Risiken und möglichen Verluste in den vergangenen Wochen und Monaten unter Druck geraten. "Die Wirtschaft scheint bisher noch nicht betroffen zu sein", versicherte US-Notenbankgouverneur Randall Kroszner in einer Kongressanhörung. Auch die US-Regierung betont immer wieder, dass sie keine Gefahren für die amerikanische Konjunktur durch die Probleme am Immobilien-, Bau- und Hypothekenmarkt sieht.

Die institutionellen und privaten Anleger hatten den jahrelangen US-Immobilienboom mit Krediten und Käufen von darauf basierenden festverzinslichen Wertpapieren mitfinanziert, um höhere Renditen zu erzielen. Dabei achteten sie meist nicht auf die Kreditrisiken. Die amerikanischen Verbraucher sind nach Berechnungen des "Wall Street Journal" mit insgesamt 12,8 Billionen Dollar verschuldet. Davon entfallen vier Fünftel auf Hypothekenkredite.

Die Probleme werden nach Darstellung der Zeitung "global". Sie verweist unter anderem auf die Probleme der deutschen IKB sowie auf französische und australische Hedge-Fonds. In den USA haben inzwischen rund 50 Hypothekenkredit-Firmen dichtgemacht. Viele andere haben die Geldvergabe an Hauskäufer ganz gestoppt, da sie keine neuen Mittel mehr bekommen konnten. Das jüngste Opfer ist die riesige American Home Mortgage Investment Corp. in der Nähe von New York, die alle ihrer mehr als 7000 Beschäftigten bis auf eine Resttruppe von 750 Mitarbeitern nach Hause schickte.

Der Münchner Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate sieht keine negativen Auswirkungen auf sein Geschäft. Man habe keinen direkten Bezug zum Subprime-Segment. Damit widersprach das Institut Marktgerüchten, die die Aktie des Dax-Unternehmens am Freitag zeitweise um über sieben Prozent gedrückt hatten.

Der Versicherungskonzern Allianz stellt sich allenfalls auf geringe Belastungen ein. Derzeit belaufe sich das gesamte Engagement im betroffenen Segment auf rund 1,7 Milliarden Euro, sagte Allianz-Vorstand Helmut Perlet in München. Das seien nicht einmal 0,2 Prozent der gesamten Anlagen.

Auch die HypoVereinsbank sieht sich "so gut wie nicht betroffen", wie Vorstandschef Wolfgang Sprißler sagte. "Wir werden keine unmittelbaren Auswirkungen spüren. Grundsätzlich ist aber Vorsicht angebracht, da derzeit niemand die Sekundär- und Tertiäreffekte der Immobilienkrise genau abschätzen kann."

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