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Die Verhandlungen zu Opel gehen weiter.

Magna und GM einig über Opel-Konzept - Verhandlungen dauern an

Rüsselsheim - Bei den Verhandlungen im Berliner Kanzleramt über einen Einstieg des österreichisch-kanadischen Zulieferers Magna beim deutschen Autobauer Opel hat sich bis zum Freitagabend noch kein Ergebnis abgezeichnet.

Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen gibt es jedoch Fortschritte bei den Gesprächen. Allerdings stecke der Teufel im Detail, hieß es. Die Fachleute würden immer wieder zur Überprüfung von Einzelheiten der vertraglichen Regelungen herangezogen. Zentrales Problem ist weiterhin der staatliche Überbrückungskredit für Opel. Bund und Länder mit Opel-Standorten wollen sicherstellen, dass keine Steuergelder aus Deutschland in die USA zur Opel-Mutter General Motors (GM) abfließt.

Der mögliche Opel-Investor Magna und General Motors (GM) hatten sich am Nachmittag auf ein Konzept für die Übernahme des angeschlagenen deutschen Autokonzerns geeinigt.

Wie es hieß, hatte Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) bei einem Gespräch mit Magna-Chef Frank Stronach die Verständigung erreicht. So sei auch eine Einigung über die Lizenzgebühren erzielt worden. Andere Fragen wie das bislang von der US-Regierung abgelehnte Treuhand-Modell seien aber noch offen.

Am Nachmittag besprachen die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der vier Opel-Länder das weitere Vorgehen. Die Bundesregierung pocht auf klare Zusagen der US-Seite und der Investoren. Nach den Worten des stellvertretenden Regierungssprechers Thomas Steg will die Bundesregierung keine Opel-Rettung um jeden Preis. Bei der Übernahme von Finanzierungsrisiken habe sie sich selbst bestimmte Grenzen gesetzt. Zusätzliche Risiken seien dem Steuerzahler nicht zu vermitteln.

In den USA laufen angesichts der erwarteten Insolvenz des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) die Verhandlungen mit den Gläubigern auf Hochtouren.

Ein erstes Spitzentreffen mit allen Opel-Beteiligten war in der Nacht zum Donnerstag an neuen Geldforderungen von GM und fehlenden Sicherheiten für staatliche Hilfen gescheitert. Der italienische Autobauer Fiat teilte mit, nicht mehr an dem zweiten Krisentreffen im Kanzleramt teilnehmen zu wollen. Der Konzern erklärte dies mit der Entwicklung der Verhandlungen.

Die neuen Geldforderungen von GM "würden Fiat dazu zwingen, Opel finanziell zu unterstützen und sich damit unnötigen und irrationalen Risiken auszusetzen", gab Fiat-Chef Sergio Marchionne bekannt. Er zeigte sich "überrascht und enttäuscht von den letzten Phasen der Verhandlungen". Fiat habe "keinen vollständigen Zugang zu finanziellen Schlüsselinformationen gehabt". Laut Steg kam die Absage Fiats nicht überraschend.

Laut Steg bleibt die Bundesregierung dabei, eine staatliche Zwischenfinanzierung in Höhe von höchstens 1,5 Milliarden Euro für Opel zu verfolgen. Diese Summe sei nicht verhandelbar, bekräftigte er. In der Nacht zum Donnerstag hatte GM überraschend einen zusätzlichen Finanzbedarf von rund 300 Millionen Euro angemeldet.

Mit einem Treuhandmodell und einer Zwischenfinanzierung will die Bundesregierung Opel nach einer GM-Insolvenz mehr Zeit für Verhandlungen mit einem möglichen Investor geben. Am Freitagvormittag verhandelte Magna mit GM-Vertretern über einen Einstieg und die geforderte Soforthilfe. Zwischenzeitlich drohte auch Magna laut "Bild.de" mit einem Ausstieg.

Die Bundesregierung hielt alle Optionen für die Zukunft von Opel und die rund 26 000 Mitarbeiter offen. Dies machten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) nach Teilnehmerangaben in einer Sondersitzung der Unions-Fraktion deutlich. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) und andere wiesen darauf hin, dass eine Insolvenz keine endgültige Pleite bedeuten müsse.

Steg bekräftigte, die Kanzlerin schließe eine direkte staatliche Beteiligung an Opel aus. Er sagte, die Bundesregierung halte in Sachen Opel auch ständigen Kontakt zur EU-Kommission. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso erinnerte daran, dass bei der Rettung von europäischen Töchtern von GM die EU-Regeln eingehalten werden müssen. In Brüssel berieten auf Einladung von EU-Industriekommissar Günther Verheugen Vertreter der EU-Staaten mit GM-Standorten über das weitere Vorgehen.

In den USA wird spätestens für diesen Montag mit der Insolvenz von GM gerechnet. Nach einem Bericht der "New York Times" will die US-Regierung mindestens die Hälfte der Kreditgeber von GM für einen in der Insolvenz geplanten Neustart der Opel-Mutter gewinnen.

dpa

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