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Das Opel-Werk in Eisenach (Thüringen).

Magna will angeblich 4.100 Stellen bei Opel abbauen

Berlin - Bei Opel in Deutschland sollen nach dem Verkauf der Mehrheit an Magna angeblich bis zu 4.100 der 25.000 Arbeitsplätze wegfallen.

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Guttenberg bestätigt weiteren Stellenabbau bei Opel

Das berichtete das Magazin “Der Spiegel“ am Samstag. Neben den 3.000 Jobs in der Produktion würden nach den Plänen Magnas weitere 1.100 in der Verwaltung gestrichen. Die Opposition nahm die Meldung als Beleg für unsachgemäßes Handeln der Bundesregierung bei dem Verkauf. Kanzlerin Angela Merkel verteidigte ihn dagegen.

Die Bundesregierung rechnet laut “Spiegel“ damit, dass nach Belgien weitere Mitgliedsländer mit Opel-Standorten in Brüssel Beschwerde gegen die deutschen Beihilfen einlegen. Sie überschritten mit 4,5 Milliarden Euro die zulässige Größenordnung.

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes wurde am Samstag mit den Worten zitiert: “Falls etwas gegen die Regeln läuft, werde ich tätig.“ Staatshilfen dürften nicht von Standorten abhängig sein. Belgien hat bereits eine Untersuchung durch die EU verlangt. Grund sind die Pläne des künftigen Mehrheitseigners Magna, das Werk in Antwerpen zu schließen, während alle vier deutschen Opel-Standorte erhalten bleiben sollen.

Forster setzt auf weitere technische Partnerschaft

Trotz des Verkaufs an Magna setzt der Präsident von General Motors Europe, Carl-Peter Forster, auf eine weitere technische Zusammenarbeit zwischen Opel und GM. “Eine Partnerschaft mit Magna bedeutet keinen Bruch mit GM“, sagte Forster, der auch Vorsitzender des Opel-Aufsichtsrates ist, dem “Focus“: “Wir werden mit General Motors auch zukünftig in der Produktentwicklung kooperieren.“

Forster dämpfte Hoffnungen auf einen schnellen Erfolg des Elektroautos Ampera. “Wir müssen uns die Verbreitung der Elektroautos in Dekaden und nicht in Jahren vorstellen“, sagte er. Der Autoexperte Stefan Bratzel machte noch “relativ große Stolpersteine“ für Opel auf dem Weg in die Sanierung aus. Bratzel, der an der Fachhochschule Bergisch-Gladbach lehrt, sagte im NDR , die 35-prozentige Beteiligung von GM bleibe eine “Fußfessel“. Er rechne mit einigen Wochen Verhandlungsmarathon. Der Mutterkonzern hätte Opel lieber behalten wollen, habe allein aber die Sanierung nicht leisten können. “Und jetzt versucht man, Möglichkeiten zu finden, wie man vielleicht in ein paar Jahren dennoch Opel wieder zurückkaufen kann.“ Eine Lösung könnte so aussehen, dass nach einer Sanierung ein anderer globaler Automobilhersteller einsteige.

Trittin: Noch nichts gerettet

Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin warf Kanzlerin Angela Merkel angesichts der Meldungen über weitere Stellenstreichungen falsches Krisenmanagement vor. “Hätte sich die Bundesregierung per Teilverstaatlichung an Opel beteiligt, könnte sie nun direkten Einfluss nehmen.“ Bei Opel sei “leider noch gar nichts gerettet“.

Der stellvertretende Vorsitzende der Linken-Fraktion, Klaus Ernst, gab der Bundesregierung eine Mitverantwortung für den drohenden Stellenabbau. “Es darf kein einziger Euro fließen, solange nicht eine Bestandsgarantie für Jobs und Standorte abgegeben worden ist“, verlangte er.

Die Spitzen der Koalition wiesen die Kritik zurück. Merkel sagte der “Süddeutschen Zeitung“: “Wir retten keine Unternehmen, sondern wahren ihnen in der Finanzkrise eine Chance.“

Vizekanzler und SPD -Spitzenkandidat Frank-Walter Steinmeier sah in der “Super-Illu“ keine Anhaltspunkte für einen Arbeitsplatzabbau über die 3.000 angekündigten Stellen hinaus. “Natürlich werden Restrukturierungen nötig sein. Aber mit dem Magna-Konzept erhalten wir nicht nur alle deutschen Standorte, sondern auch die größtmögliche Anzahl von Arbeitsplätzen“, zitierte ihn das Blatt. Der “Welt am Sonntag “ sagte er, er freue sich, “dass die Unsicherheit der Mitarbeiter von Opel jetzt zu Ende geht“.

AP

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